Wortgewandter Satiriker schweigt vor Bezirksgericht

Andreas Thiel vor dem Bezirksgericht March.

Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Verhandlung am Bezirksgericht March fanden sich erste Freiheitstrychler ein. Andreas Thiel kam kurz vor 14 Uhr und machte einen fast entspannten Eindruck. «Mir geht es immer gut», sagte er mit einem breiten Grinsen.
Erst letzte Woche standen alt Regierungsrat René Bünter und der Präsident des Aktionsbündnisses der Urkantone, Josef Ender, vor dem Bezirksgericht March. Das Urteil sollte morgen oder übermorgen vorliegen. Andreas Thiel aus Küssnacht hat sein Erscheinen vor Gericht ebenfalls seinem Auftritt an der Corona-Demonstration auf dem Lachner Raffplatz am 21. November 2020 zu verdanken. Auch er war ­gemäss Staatsanwaltschaft March schuldig wegen vorsätzlichen Übertretens des Epidemiengesetzes. Konkret ist er beschuldigt, an der Demo keine ­Gesichtsmaske getragen zu haben.
Doch Thiel sagte nichts vor Gericht, er schwieg, wie ihm sein Verteidiger geraten hatte, was schon fast bedauerlich war. Fehlt es dem schweizweit bekannten Satiriker und Wortakrobaten doch in der Regel nicht an griffigen und angriffigen Aussagen.
Stattdessen erörterte der Verteidiger den Sachverhalt relativ kurz und bündig: «Für eine Maskentragepflicht an der Demonstration vom 21. November 2020 existiert keine rechtsgenüg­liche Rechtsgrundlage», behauptete er zusammenfassend. Aufmerksam verfolgten einige Freiheitstrychler die Verhandlung im Gerichtssaal, während draussen schon bald erste Glockenklänge ertönten – mit anschliessendem Umzug durchs Dorf.

Vollständiger Artikel in der Ausgabe vom Mittwoch, 22. Juni, zu lesen

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