Grasfrosch, Bergmolch und Co. werden vor der Strasse gerettet
Urs Attinger
Verkehrsteilnehmer, welche die Wägitalstrasse befahren, werden es gemerkt haben: Beim Rempensee stehen wieder die Schilder mit den Fröschen darauf. Sie weisen auf die jährliche Amphibienwanderung im Frühling hin. «Dieses Jahr wurden nur seeseitig Holzzäune aufgestellt. Die Erfahrungen der letzten Jahre weisen darauf hin, dass die Amphibien vor allem von Süden nach Norden durch den Stausee Rempen zu den darunterliegenden Laichgewässern wandern », sagt Elena Gimmi vom Amt für Wald und Natur des Kantons Schwyz (AWN). Der Zaun verhindere, dass die Amphibien beim Umgehen der Staumauer auf die Strasse gelangen.
Laich ablegen als Ziel
Die Amphibien werden in Eimern gesammelt und es wird ihnen regelrecht von Hand über die Staumauer geholfen. Eine Praktikantin oder ein Praktikant verrichtet diese Arbeit in der Wanderungszeit täglich.
Hauptsächlich Grasfrösche wandern im Rempen von ihren Überwinterungsgebieten zu den Laichplätzen. Aber auch Erdkröten sind in grosser Zahl auf Wanderschaft. Daneben auch wenige Bergmolche. All diese Amphibienarten überwintern häufig in bewaldeten Flächen, ausserhalb von Gewässern. «Im Frühling machen sie sich auf den Weg zum Gewässer, in dem sie geboren sind, um sich dort zu paaren und ihren Laich abzulegen», erklärt Gimmi. Es könne sein, dass dafür weite Distanzen zurückgelegt würden.
Das Amt für Wald und Natur hat die Brett-Zäune aufstellen lassen. Die Wägitalstrasse ist von Siebnen bis zur Abzweigung Sattelegg eine Kantonsstrasse. Das Büro für ökologische Optimierungen GmbH Tuggen betreut den Amphibienzaun im Rempen im Auftrag des AWN. Dies beinhaltet die Kontrolle des Zaunes und den Trans-port der Amphibien in den Eimern.
Amphibien lieben es feucht
Bei der Amphibienwanderung handelt es sich nicht um ein marginales Phänomen. «Letztes Jahr wurden rund 340 Amphibien gezählt», weiss Elena Gimmi. Bei einer grösser angelegten Zählung im Jahr 2017 mit mehr Leitwerken seien über 1200 Amphibien gezählt worden. «Die Zahl der Amphibien kann je nach Jahr stark schwanken.» Der Zeitpunkt der Wanderung ist stark witterungsabhängig. «Die Amphibien wandern los, wenn es im Frühling mehrere Tage lang über 4 bis 5 Grad warm ist und es genug feucht ist.» In den letzten Jahren seien im Rempen jeweils circa Mitte März am meisten Amphibien unterwegs gewesen.
Der ökologische Wert der Rettungsaktionen liegt auf der Hand: «Dadurch wird der Strassentod vieler Amphibien verhindert. Ohne die Schutzmassnahme könnte es zur Verkleinerung der Populationen kommen und sie könnten sogar aussterben», so Gimmi.
In Schindellegi, Ingenbohl und Einsiedeln werden die Amphibienleitwerke durch bezahlte freiwillige Helfer betreut. Auch im Rempen wäre die Unterstützung durch Freiwillige in Zukunft wünschenswert. Wer sich für einen Helfereinsatz an einer der Amphibien-Zugstellen im Kanton interessiert, darf sich gerne unverbindlich melden beim Amt für Wald und Natur, Fachbereich Natur und Landschaft (Tel. 041 819 18 39).
Im Rempen ist derzeit die Amphibienwanderung im Gange. Das Ökobüro Tuggen bringt im Auftrag des kantonalen Amts für Wald und Natur die Tiere in Sicherheit.
«Im Frühling wandern die Amphibien zum Gewässer, in dem sie geboren sind.»
Elena Gimmi
Amt für Wald und Natur