«Die Motivation zum Weiterschaffen ist da»
Konrad Schuler
Im zehnten und damit letzten Weltcup-Slalomrennen der Saison 2024/25 in Sun Valley erreichte Slalom-Ass Wendy Holdener aus Unteriberg am Weltcupfinal einen guten vierten Rang. «Natürlich will niemand Vierte werden. Aber ich bin im zweiten Lauf wohl etwas zu langsam gefahren», führte die 31-jährige Holdener im SRF-Interview aus. Sie habe den Fluss nicht so gehabt.
Nach dem ersten Lauf sprach die Slalom-Spezialistin von einem coolen Hang. «Grundsätzlich bin ich froh, dass ich intensiv losgelegt habe, für den zweiten Lauf habe ich ein gutes Gefühl », waren ihre Worte.
Mit Startnummer sechs erzielte sie im ersten Lauf die drittbeste Zeit. Oben legte sie furios los, in der Mitte verlor sie etwa eine halbe Sekunde und unten konnte sie den zeitlichen Verlust in Grenzen halten. So resultierte 1.02 Sekunden Rückstand auf die souverän fahrende Mikaela Shiffrin und 43 Hundertstel auf die stark fahrende Lena Dürr aus Deutschland.
Im zweiten Lauf stand vor allem der Kampf um die Kristallkugel für die bes-te Slalomfahrerin des Winters im Vordergrund. Camille Rast und Zrinka Ljutic blieben in beiden Läufen deutlich hinter den Erwartungen zurück und belegten in der Endabrechnung die Ränge zehn (Ljutic) und 14 (Rast). Die Österreicherin Katharina Liensberger schaffte es auf Rang fünf. Wendy Holdener erzielte mit der zehntbesten Laufzeit den vierten Gesamtrang. Das Podium besetzten Mikaela Shiffrin mit deutlichem Vorsprung vor Lena Dürr und der Slowenin Andreja Slokar, die 1.13 und 1.14 Sekunden auf die entfesselte Amerikanerin Mikaela Shiffrin einbüssten. Wendy Holdener verlor insgesamt 1.60 Sekunden.
Kugelkampf spitzte sich zu
Der Kampf um die kleine Kristallkugel spitzte sich im letzten Rennen in Sun Valley nochmals zu. Die erst 21-jährige Kroatin Zrinka Ljutic gewann schlussendlich mit 541 Punkten und drei Slalomsiegen. Zweite wurde Liensberger mit 509 Punkten, Dritte Rast mit 492 Zählern. Dahinter wurde es noch enger. Shiffrin eroberte mit 486 Punkten Rang vier, Dürr mit 473 Punkten Rang fünf. Wendy Holdener fiel trotz des guten vierten Ranges im Abschlussrennen mit 469 Punkten noch vom vierten auf den sechsten Rang zurück. Als Sechste fehlten ihr nach zehn Rennen gerade mal 72 Punkte zum Disziplinensieg.
Den Gesamtweltcup gewann die Italienerin Federica Brignone mit 1594 Punkten vor Lara Gut-Behrami mit 1272 Zählern und der zweiten Italienerin Sofia Goggia mit 931 Punkten. Wendy Holdener klassierte sich auf Rang zehn mit 612 Punkten.
Saison als Achterbahnfahrt
Die erfahrene Holdener schaute am letzten Donnerstag auch auf die ganze Saison zurück. Es sei ein schwieriger Start gewesen. Öfter habe sie schlecht geschlafen. Dann sei es aber schnell wieder nach oben gegangen. «Es war für mich eine Achterbahn. Es kam ein gutes Rennen, dann wieder ein schlechtes Rennen», bilanzierte sie die zurückliegende Saison.
An der Weltmeisterschaft in Saalbach habe sie dann triumphieren können. Holdener holte die Silbermedaille im Slalom. Für die neue Saison scheint sie topmotiviert zu sein. «Ich weiss, was ich kann und ich will erfolgreich sein», lauteten ihre Worte. Es gehe jetzt darum, den Fokus festzulegen. «Die Motivation zum Weiterschaffen ist da. Es gibt vieles, woran ich schaffen kann», ist sie sich bewusst. Vorerst wolle sie noch etwas Ski fahren im April und dann ab etwa Mitte Mai wieder loslegen.
Mit einem vierten Rang schloss Wendy Holdener in Sun Valley eine gute Slalom-Saison mit Achterbahnpotenzial ab.
«Natürlich will niemand Vierte werden.»
Wendy Holdener
Skifahrerin