Bezirk Höfe legt Punktlandung hin
Andreas Knobel
Wir sind happy mit diesem Resultat», star-tet Dominik Hug als Säckelmeister des Bezirks Höfe ins Pressegespräch. Irene Capaul, die Leiterin des Kassieramts Höfe, nickt zustimmend. Der Grund für diese Zufriedenheit ist nicht ein neuerlicher Rekordgewinn. Viel eher weisen die Finanzverantwortlichen des Bezirks Höfe darauf hin, dass sie in Bezug auf Budget und Rechnung 2024 quasi eine Punktlandung hinlegen. Dies ist von Belang, weil den Behörden oft vorgeworfen wird, zu defensiv zu budgetieren, und damit Steuern auf Vorrat zu erheben.
Aufwertung kein liquider Betrag
Vorgesehen war ein positives Ergebnis von 140000 Franken, was einer «schwarzen Null» entspricht. Der Abschluss der Rechnung 2024 zeigt nun ein operatives Ergebnis von plus 1,65 Mio. Franken. Bei einem «Umsatz », wie ihn ein Bezirk wie die Höfe erzielt, darf dies tatsächlich als «punktgenau » bezeichnet werden. Allerdings, so räumen Hug und Capaul fast schon entschuldigend ein, liege das eigentliche Finanzergebnis bei einem «Überschuss» von 8,9 Mio. Franken. Der Grund: Das alte Rathaus I in Wollerau sei nicht mehr in Betrieb und soll verkauft werden, ein Sachgeschäft sei in Arbeit. Weil es nicht mehr «aktiv» sei, müsse die bilanztechnisch abgeschriebene Liegenschaft vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen überschrieben werden. Die Erfolgsrechnung schliesst deshalb um den Wert der Liegenschaft, also 7,2 Mio. Fr. höher ab. Diese Aufwertung sei kein liquider Betrag, sondern ein reines Buchhaltungsergebnis, fügt Irene Capaul an. Es werde also dem Eigenkapital zugeschlagen, mit dem Verkauf würden dann Schulden getilgt.
Schulden steigen bis zu 45 Mio. Fr.
Schulden? Tatsächlich hat der Bezirk Schulden – in den Höfen fast schon eine Ausnahmeerscheinung. Dafür sind die «Generationenprojekte» verantwortlich, die schon bald alle verwirklicht sind. Bereits im Sommer 2024 hat das Rathaus und Justizgebäude Leutschen in Freienbach den Betrieb aufgenommen. Und diesen Sommer wird das Projekt MZH Riedmatt in Wollerau mit dem Schulraum im Kopfbau des Osttraktes und im Westtrakt fertiggestellt. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wollerau steht dann auch die neue Mehrzweckhalle zur Verfügung. Ebenfalls kostenintensiv ist der Bereich Gewässer – es wird aktuell an etwa zehn Bächen gearbeitet.
Damit werden die Schulden des Bezirks Höfe noch in diesem Jahr auf bis zu 45 Mio. Fr. ansteigen. Alle Projekte seien jedoch bezüglich Kosten im Plan. Das operative Ergebnis 2024 und die Abschreibungen 2024 von 6,2 Mio. Fr. hätten bewirkt, dass um diesen Betrag weniger Schulden aufgenommen werden mussten, heisst es in der Gemeindebotschaft, die nächste Woche in die Haushalte verteilt wird. Die Verkäufe der alten Rathäuser – zu jenem an der Roosstrasse kommt auch das Rathaus II an der Bahnhofstrasse Wollerau mit einem Verkehrswert von 5,5 Mio. Fr. – sorgen dann für einen weiteren Schuldenabbau. Dieses Sachgeschäft wird demnächst vorgestellt.
Ansonsten alles im grünen Bereich
Dass der Bezirk Höfe mit einem satten Eigenkapital von circa 60 Mio. Fr. gut dasteht, darf – wie in der Zwischenzeit auch in der Öffentlichkeit bemerkt – nicht überbewertet werden. Der Ausblick ins laufende Jahr sieht bei Säckelmeister Hug trotz weltweit unsicherer «Wetterlage» recht heiter aus.
Die Steuererträge fallen nämlich Jahr für Jahr besser als erwartet aus. Statt nach Budget 34,6 wurden letztes Jahr 36,7 Mio. Fr. einbezahlt. Fürs laufende Jahr wird deshalb mit 38,7 Mio. Fr. gerechnet, was Hug selber als «mutig» bezeichnet. Dass bei der Bezirksrechnung gleichzeitig mit einem Minus von 4,6 Mio. Fr. gerechnet wird, passt dann wieder eher ins Klischee.
Deshalb wird, wie es sich als Säckelmeister gehört, noch etwas relativiert. Die höheren Einnahmen würden auch höhere Kosten nach sich ziehen. So werde der Beitrag in den kantonalen Finanzausgleich von aktuell 15,5 Mio. Fr. analog zum Steuersubstrat anwachsen. Die Höfe dürften auch das aushalten, denn wie sagt Dominik Hug in der Gemeindebotschaft: «Die Resilienz unseres Bezirks ist glücklicherweise nach wie vor hoch.»
Der Bezirk Höfe verzeichnet fürs Jahr 2024 einen positiven Abschluss von 1,65 Millionen, das Budget rechnete mit 0,14 Millionen im Plus. Dass das Finanzergebnis bei 8,9 Millionen liegt, hat buchhalterische Gründe. Die Rechnung darf deshalb als ausgeglichen bezeichnet werden.
«Die Resilienz unseres Bezirks ist glücklicherweise nach wie vor hoch.»
Dominik Hug
Säckelmeister Bezirk Höfe