Marco Odermatt von Emotionen übermannt
Am Ende ist es zu viel. Marco Odermatt wird nach dem Riesenslalom beim Weltcup-Finale in Sun Valley, Idaho, von seinen Emotionen übermannt.
Odermatt muss kurz aussetzen, sein Gespräch mit dem Reporter des Schweizer Fernsehens im Zielraum unterbrechen. Er steht da mit der kleinen Kristallkugel für den Sieg in der Riesenslalom-Wertung – und mit Tränen in den Augen, nicht mehr in der Lage zu sprechen. Es ist ein Moment, der verdeutlicht, welch grosse Last da eben abgefallen ist, dass es alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist, was der beste Skifahrer der Gegenwart wieder abgeliefert hat in den vergangenen Monaten.
Es sei wieder eine unglaubliche Saison gewesen, sagte Odermatt. «Dass es jedesmal so aufgeht, ist schon speziell.» Er fühle sich leer. Immer wieder, Wochenende für Wochenende, Leistung zu bringen, brauche unglaublich viel Energie, sagte er auch. Beim Versuch zu erklären, wie sich diese Leere anfühle, musste er kurz innehalten. «Man gibt so viel für diesen Sport, jeden Tag, das Team, die Familie. Ich weiss auch nicht mehr, was sagen.» Dann blieb ihm die Stimme weg, um dann wieder gefasst zu sprechen. Jeder in seinem Umfeld, seien es die Trainer, die Serviceleute oder die Vertreter der Sponsoren, alle hätten sie eine Kristallkugel verdient.
Er selber bekam am Mittwoch Kristallkugel Nummer 13 überreicht.