Bahnhof Bilten wird für effizienteres Pendeln abgerissen
Marco Lüthi
Noch halten am Bahnhof in Bilten fahrplanmässig Züge: die S8 (Ziegelbrücke– Winterthur), die S2 (Ziegelbrücke– Zürich Flughafen) und die S27 (Ziegelbrücke–Siebnen- Wangen), das sogenannte «Obermarch- Trämli». Doch in Zukunft wird das Glarner Dorf an der Kantonsgrenze zu Schwyz und St.Gallen keinen Zuganschluss mehr haben. Die SBB lassen den kompletten Bahnhof abreissen: das überdachte Mittelperron (Gleis 3/4) mit der Wartehalle sowie die Überdachung auf dem Bahnhofplatz, die heute als Bushaltestelle verwendet wird. Auch die SBB-Parkplätze verschwinden. Bestehen bleibt als Einziges die Personenunterführung, die heute auch als Quartierverbindung dient.
Mehr S-Bahn-Halte und Intercity-Züge
Der Grund, dass Bilten seinen Bahnhof verlieren wird, liegt in der vom Bund geplanten Verdichtung des Bahnverkehrs zwischen Ziegelbrücke und Zürich. Der Ausbauschritt 2025 sieht vor, dass der Intercity Zürich–Chur im Halbstundentakt verkehren soll. Zudem soll es auf dieser Strecke mehr S-Bahn-Halte geben, etwa wieder in Reichenburg und in Schübelbach-Buttikon. Damit beides möglich ist, las-sen die SBB ein Überholgleis in Siebnen- Wangen bauen. Gleichzeitig wird dort der Bahnhof umgebaut und damit auch barrierefrei zugänglich.
Das vom Bund beschlossene Ausbauprojekt in der March setze aufgrund des Fahrplans voraus, dass in Bilten keine Personenzüge mehr halten können, heisst es in der am 6. März im Amtsblatt des Kantons Glarus publizierten Planvorlage der SBB. «Mit dem Kanton Glarus wurde vereinbart, in künftigen Angebotskonzepten auf den Halt in Bilten zu verzichten und den vollständigen Rückbau der Publikumsanlagen in Bilten durchzuführen.» Eine ähnliche Entwicklung gab es am Bahnhof in Niederurnen. Seit 2022 hält dort die S25 der SBB nicht mehr. Bevor aber am Bahnhof Bilten die Abrissbagger auffahren, werden ab 2026 zuerst das Überholgleis und der Bahnhofsumbau in Siebnen-Wangen realisiert. Die Bauarbeiten dauern laut den SBB rund zwei Jahre. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2028 geht das neue Gleis in Betrieb, und in Bilten halten keine Züge mehr. 2029 wollen die SBB den stillgelegte Glarner Bahnhof innerhalb von vier bis sechs Monaten zurückbauen. Die Gesamtkosten des SBB-Ausbauprojekts «Siebnen-Wangen» belaufen sich auf rund 70 Millionen Franken und werden über den Bahninfrastrukturfonds des Bundes finanziert, der unter anderem mit Beiträgen von Bund und Kantonen gespeist wird.
Die Tage des Bahnhofs Bilten sind gezählt. Er fällt einem Streckenausbau der SBB für einen verdichteten Bahnverkehr zwischen Ziegelbrücke und Zürich zum Opfer.