Hochspannung in der letzten Runde der Qualifikation
Am Samstagabend steigt in der National League die letzte Runde der Qualifikation. Für die Fans vieler Klubs kündigt sich ein turbulenter Abend an, so spannend ist es.
Als die Schweizer Eishockey-Instanzen beschlossen, nach dem 10. Platz einen weiteren Trennstrich einzufügen und den bestehenden von Platz 8 auf Platz 6 anzuheben, wollten sie die Liga attraktiver machen. Nach dem Ende der Spielzeit 24/25 wird man sagen können, dass dieses Ziel voll und ganz erreicht wurde.
Um den 6. Platz, der die direkte Qualifikation für die Viertelfinals bedeutet, kämpfen vor der letzten Runde noch zwei Vereine: Fribourg-Gottéron (80 Punkte) und Kloten (79). Gottéron empfängt am Samstag Ambri, Kloten reist einige Kilometer nach Zürich, um dort im Derby gegen die ZSC Lions anzutreten.
Freiburg gegen DiDomenico
Die Freiburger Mission ist einfach: Sie müssen innerhalb von 60 Minuten gewinnen. Denn bei einem Gleichstand mit Kloten würden die Flyers aufgrund der besseren Bilanz in den Direktvergleichen weiterziehen.
«Wir wissen, dass die letzten Heimspiele nicht so gut waren wie erhofft. Wir mussten eine Reaktion zeigen», sagte Nathan Marchon am Donnerstagabend nach Fribourgs Sieg gegen Lausanne. «Mit den Spielen im 2-Tage-Rhythmus ist es ein bisschen wie in einer Play-off-Woche. Wir müssen uns erholen und den Druck und die Emotionen abbauen, damit wir am Samstag zu hundert Prozent fit sind.»
Das Rezept des Freiburger Stürmers für das Wochenende ist ziemlich simpel: «Wir müssen physisch präsent sein. Es wird an uns liegen, das Tempo zu bestimmen. Für Ambri geht es auch noch um etwas, also liegt es an uns zu beweisen, dass wir die Top 6 verdienen.»
Ambri hat Chris DiDomenico in seinen Reihen, der Ende Oktober im Tausch für Jakob Lilja von Fribourg ins Tessin gewechselt ist. In 34 Spielen für die Leventiner erzielte DiDomenico 39 Punkte. Zusammen mit Philippe Maillet und Dominik Kubalik bildet er eine der besten Dreierketten der Schweiz. Und der Kanadier liebt es, wenn die Stimmung aufgeheizt ist.
«Es ist klar, dass es viele Emotionen geben wird», sagt Marchon. «’DiDo’ spielt mit diesen, aber ich denke, wir sollten uns nicht darauf konzentrieren. Wir müssen zuerst an uns denken. Vielleicht werden einige versuchen, ihn ein wenig zu reizen, aber das darf uns nicht ablenken. Er wird versuchen, in unsere Köpfe zu kommen, indem er das Publikum aufheizt. Das ist Teil seines Spiels.»
Fünf Teams für drei Plätze
Für Ambri stehen die Play-ins auf dem Spiel. Mit 73 Punkten liegt die Mannschaft von Trainer Luca Cereda im 8. Rang, aber zwischen den Tessinern und den Rapperswil-Jona Lakers auf Platz 12 sind nur drei Punkte. Fünf Teams für drei Plätze ohne direkte Konfrontation, ein solches Drehbuch hätte nicht einmal Alfred Hitchcock, der Meister der Spannung, gewagt.
Hinter Ambri folgen Langnau mit 72, Biel mit 71, Genève-Servette mit 71 und die Lakers mit 70 Punkten. Langnau hat mit Ajoie den «leichtesten» letzten Gegner. Biel reist nach Lugano, das seinen enttäuschenden 13. Platz verdauen muss, Genf nach Bern, das noch den 2. Platz erreichen oder den 3. Platz verlieren kann. Die Lakers empfangen Davos.