Die Führung verpasst und in der Folge brutal verloren
Möglichst so schnell wie möglich eine sichere Distanz zu den Abstiegsrängen erreichen und danach sehen, was die Saison noch so bringt: Die Partie zwischen Aufsteiger Wädenswil 2 gegen Buttikon beinhaltete vorab für beide Teams dasselbe Szenario. Nur einen Punkt voneinander getrennt – Buttikon infolge der verschobenen Donnerstagpartie gegen Siebnen mit Spielrückstand – liess eine ausgeglichene, im Ergebnis knappe Begegnung erwarten.
Glückliche Zürcher Führung
«Läubli sei Dank» statt «Gott sei Dank»: Dass Wädenswil zur Pause mit 1:0 vorn lag, verdankten die Zürcher primär den Paraden und Reflexen ihres Torhüters Raphael Läubli. Er verhinderte diese und jene Möglichkeit der Gäste, die in den ersten 45 Minuten zu einem 5:1-Chancenverhältnis kamen, im Abschluss aber vielfach jenen mit der Rückennummer eins im Weg stehen sahen.
Ausgeglichen bis zum sichtbaren Patt, verliefen die ersten 20 Minuten mit einer Möglichkeit für Buttikon. Die Schwyzer kamen dann aber zu erwähnten Chancen; dies vor allem dann, wenn sie über die Seiten angriffen und so erst Überraschungseffekte kreieren konnte. Doch im Fussball zählt – wie beim Fischen – alleine das, was ins Netz geht. Das Unheil nahm kurz vor der Pause seinen Lauf: Ein seitlicher Ball von Wädenswils Michael Schiesser sprang nahe dem vorderen Pfosten Andri Schoch ans Bein und landete im eigenen Netz (39.). So gingen die Teams mit einem eigentlich kuriosen, das Gezeigte nicht korrekt widerspiegelnden Zwischenergebnis zum Teeschlürfen in die Garderoben.
Weitere Nackenschläge
Mit mutigem Spiel erneut versuchen: Buttikon hatte keinen Grund, am Auftritt der ersten Hälfte etwas zu ändern. Doch nahte schon früh ein zweites Ungemach: Mit dem schönsten der sieben Treffer zwickte Wädenswils Simon Fluri einen seitlichen Abschluss unhaltbar ins hintere Toreck von FCB-Hüter Michael Kraft (54.). Der Zahn war aber noch nicht gezogen; Wädenswil kam jetzt aber in Sachen Spielanteilen zum ersten Mal sichtbar zum Vorteil. Ein drittes FCB-Verhängnis sollte folgen: Ein Strafraum-Querpass sprang diesmal Marco Wolf ans Bein und von da erneut ins eigene Netz (73.). Jetzt war die Punktevergabe so gut wie entschieden. Die Gastgeber befriedigten ihre gesteigerte Lust am Toreschiessen in der Schlussphase mit weiteren drei Treffern, während Buttikon drei Minuten vor Abpfiff durch Jens Bruhin diesem Raphael Läubli doch noch etwas Rundes ins Netz legen konnte.
«Lange Bälle kein Rezept»
Schiedsrichter Fynn Kränzlin sah auf dem Feld «keine so grosse Differenz, wie es das Schlussergebnis weismachen könnte.» Kränzlin kam trotz da und dort umkämpften Szenen ohne Karten aus und zog die Konsequenz, mit Erklärungen zu entschärfen, bis zum Ende durch. Beide Teams akzeptierten diese Art der Spielleitung. Buttikons Ersatztorhüter Josip Mamuzic, während der Partie als Linienrichter tätig, bedauerte, dass das Märchler Chancenplus im ers-ten Abschnitt keine Führung brachte: «Nach dem zweiten Treffer Wädenswils gingen die Ideen aus; wir operierten viel zu viel mit langen Bällen.» Weit zufriedener Wädenswils sportlich Verantwortlicher Antonio Martic: «Wir sprachen in der Halbzeit die Fehler an und konnten reagieren, die Räume enger machen und vor allem kompakter auftreten. Die Torfolge kam uns natürlich höchst gelegen.»
Wädenswil 2 – Buttikon 6:1 (1:0)
Beichlen, Kunstrasen. 105 Zuschauer. SR: Fynn Kränzlin.
Tore: 39. Schoch (Eigentor) 1:0, 50. Fluri 2:0, 74. Wolf (Eigentor) 3:0, 81. Rodoplu 4:0, 87. Birchler 5:0, 88. Bruhin 5:1, 90. Wenger 6:1.
Wädenswil: Läubli; Minella, Egartner, Giansiracusa, Biedermann; Pumpalovic, Khalil, Pfeiffer, Abdallah, Rodoplu; Schiesser.– Zur Disposition: Birchler, Fluri, Silvan Aeppli, Wondrusch, Müller, Wenger.
Buttikon: Kraft; Negossa, Steinauer, Ziegler, Wolf; Bruhin, Varli, Kurunci, Mira Do Rosario; Lleshaj, Semir. – Zur Disposition: Huber, Schoch, Sadiki, Remo Züger, Koch, Mamuzic.
Bemerkungen: Wädenswil ohne Juric, Punkhang, Silvan Aeppli und Näf (alle verletzt), Calabrese (Ferien), Mühlemann und Marty (Aufbautraining), Bürkli (abwesend) und Sidler (krank). Buttikon ohne Binder, Fakikj und Gerster (verletzt), Weber und Hüppin (krank) sowie Patrick Züger (privat).
Corners: 6:8 (4:6).
Ein gebrauchter Sonntag für Buttikons Drittligateam: Nach einer leicht überlegen geführten ersten Hälfte unterlagen die Märchler bei Aufsteiger Wädenswil 2 gleich mit 1:6.