Parlamentswahlen in Lettland angelaufen

Überschattet von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine und Sorgen über steigende Energiekosten haben in Lettland am Samstagmorgen die Parlamentswahlen begonnen. Gut 1,5 Millionen Wahlberechtigte entscheiden in dem baltischen EU- und Nato-Land über die 100 Sitze im Parlament in Riga. Zur Wahl treten 19 Parteien und Bündnisse an. Erste Ergebnisse werden in der Nacht zum Sonntag erwartet. Dabei dürfte keine Partei die absolute Mehrheit erzielen.

In Umfragen liegt die liberalkonservative Partei Jauna Vienotiba von Regierungschef Krisjanis Karins vorn. Karins führt derzeit ein Viererbündnis aus konservativen Parteien und Kräften aus der politischen Mitte an. Ob dieses Bündnis an der Macht bleibt, ist fraglich. Meinungsforscher und Experten erwarten ein fragmentiertes Parlament in dem Ostseestaat mit einer starken russischstämmigen Minderheit. Lettland ist ein Nachbarland Russlands.

Der Wahlkampf wurde dominiert von der russischen Invasion in die Ukraine und deren Auswirkungen. Grosse Sorgen bereiten vielen Bürgern in dem 1,9-Millionen-Einwohner-Land zudem die stark steigenden Energiepreise und die galoppierende Inflation.