Flüchtlingsdrama und zahlreiche Promis – das ZFF 2022 geht los

Mit dem Flüchtlingsdrama «The Swimmers» startet am Donnerstagabend die 18. Ausgabe des Zurich Film Festival (-2.10.). Zur Europapremiere werden die Hauptdarstellenden Nathalie Issa und Matthias Schweighöfer im Zürcher Kongresshaus erwartet.

«The Swimmers» erzählt die wahre Geschichte um die Schwestern Yusra und Sarah Mardini (gespielt von den Schwestern Nathalie und Manal Issa). Die Beiden sind aus Syrien geflohen, um in Europa ein neues Leben zu beginnen und um an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilzunehmen. Der Film hat Anfang September bereits das 47. Toronto International Film Festival eröffnet.

Der deutsche Schauspieler Matthias Schweighöfer, der in der Netflix-Produktion die Rolle des Schwimmtrainers Sven spielt, konnte die Geschichte nach eigenen Angaben «kaum glauben». Er habe sofort gewusst, dass sie erzählt werden müsse. «Ich bin stolz, Teil davon zu sein», sagte er anlässlich der Weltpremiere in Toronto. Der 41-Jährige hofft, «The Swimmers» von Sally El Hosaini animiere die Menschen dazu, gegenüber Flüchtlingen Verantwortung zu zeigen und nicht wegzuschauen.

Zu der Opening Night werden neben der Filmcrew und geladenen Gästen auch die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch und Bundespräsident Ignazio Cassis erwartet, die eine Eröffnungsrede halten werden.

«Mad Heidi» mit Spannung erwartet

Eine «zentrale Rolle» misst das diesjährige Zurich Film Festival (ZFF) dem Schweizer Film bei. Wie Artistic Director Christian Jungen an der Programm-Medienkonferenz vor zwei Wochen sagte, befinde sich dieser im Aufwind. Das ZFF wolle nun dazu beitragen, dass das heimische Filmschaffen auch international wahrgenommen werde.

Und so stehen über alle Sektionen 18 Schweizer Produktionen auf dem Programm. Einige davon feiern Weltpremiere, etwa «A Forgotten Man» des Genfers Laurent Nègre und «Die goldenen Jahre» von Barbara Kulcsar mit Esther Gemsch und Stefan Kurt in den Hauptrollen.

Im Fokus Wettbewerb sind ausserdem weitere Schweizer Spiel- und Dokumentarfilme, darunter «Becoming Giulia» von Laura Kaehr, «Foudre» von Carmen Jacquier oder «Girl Gang» von Susanne Regina Meures, zu sehen. Und mit «Mad Heidi» wird am 30. September in einem Special Screening die lang ersehnte Horrorkomödie von Johannes Hartmann und Sandro Klopfstein gefeiert.

Wie immer: viele Promis

Insgesamt werden 38 Filme als Welt- oder Europapremieren gezeigt. «So viele wie noch nie», sagte Jungen an der Medienkonferenz. Zwei weitere Rekorde gelten zum einen den sieben Filmen aus der Romandie im Programm und zum anderen einem hohen Anteil von Frauen, die Regie geführt haben; dieser liegt bei etwas über 41 Prozent. Insgesamt wartet die 18. Ausgabe des ZFF mit 146 Filmen aus 49 Ländern auf.

Bekannt ist das ZFF nicht nur für sein ausgewähltes Filmprogramm, sondern auch für seine Promidichte. Erwartet wird in den nächsten Tagen der britische Schauspieler Sir Ben Kingsley, der mit dem Golden Icon Award ausgezeichnet wird. Oder die französisch-britische Schauspielerin Charlotte Gainsbourg, die ein Goldenes Auge für ihre Karriere erhält.

Bereits am kommenden Sonntag wird der britische Schauspieler Eddie Redmayne mit einem Goldenen Auge für seine Karriere ausgezeichnet. Darüber hinaus werden Liam Neeson, Til Schweiger, Rebel Wilson, Diane Kruger, oder Machine Gun Kelly über den Grünen Teppich laufen und zudem ihre neusten Filme präsentieren.