Schwyzer Chefbeamte zieht Kopf aus der Schlinge

Frei gesprochen: Andreas Dummermuth habe fahrlässig und ohne Vorsatz gehandelt, urteilt der Gerichtspräsident des Bezirksgerichts Schwyz.

Da ist der Geschäftsleiter der Schwyzer AHV-Ausgleichskasse und IV-Stelle gerade noch mit einem blauen Auge davon­gekommen. Andreas Dummermuth ­wurde gestern vom Bezirks­gericht Schwyz vom Vorwurf der mehrfachen Amtsgeheimnisver­letzung freigesprochen.

In der Zwickmühle
Bei der Anklage wurde dem 60-jährigen Chef­beamten vorgeworfen, Ende 2018 ein Überwachungsvideo der Sendung «Rundschau» des Schweizer Fern­sehens zur Verfügung gestellt zu ­haben. Die TV-Journalisten recherchierten zur Abstimmung über Sozialdetektive. Dummermuth hat sich ­dabei entschieden, das Video stark ­anonymisiert zu veröffentlichen. Er versuchte demnach den Spagat zwischen Öffentlichkeitsprinzip und Amts­geheimnis. Dummerweise hat sich ein Privatkläger auf dem Video dennoch erkannt – und Dummermuth geriet in die Mühlen der Justiz.
Zwar sei der objektive Tatbestand der Amtsgeheimnisverletzung erfüllt worden, befand nun das Bezirksgericht Schwyz. Trotzdem erfolgte ein Freispruch. Dies aufgrund der Erkenntnis, dass der Beschuldigte bei der Weiter­gabe des anonymisierten Über­wachungs­videos an die «Rundschau» bloss fahrlässig und nicht willentlich gehandelt habe. Andreas Dum­mer­muth habe gar alles vorgekehrt, um kein Geheimnis zu offenbaren. Sein Vorgehen sei zwar höchst heikel gewesen, aber nicht strafrechtlich relevant, so die milden Richter.

Vollständiger Artikel in der Ausgabe vom Donnerstag, 15. April, zu lesen

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