Sportfunktionär Denis Oswald für Tokio 2021 «relativ optimistisch»

Die Zweifel an der Durchführung von Tokio 2021 in einem Jahr bleiben – auch beim Schweizer IOC-Exekutivmitglied Denis Oswald. Der 73-jährige Neuenburger zeigt sich aber «relativ optimistisch».

2013 wollte Denis Oswald, Rechtsanwalt und Olympia-Bronzemedaillengewinner 1968 im Rudern, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) werden, unterlag aber dem Deutschen Thomas Bach. Heute ist er über die Niederlage manchmal sogar froh, wie er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA verrät.

In der Woche, in der in Tokio die Sommerspiele hätten eröffnet werden sollen, ist sich Oswald sehr bewusst, dass auch die Durchführung in einem Jahr nicht garantiert ist. «Es gibt so viele Unsicherheiten», meint er nachdenklich. «Man darf relativ optimistisch sein, aber es braucht auch eine grosse Bescheidenheit und Demut, solange wir dieses Virus nicht besiegt haben.» Er zeigt sich aber überzeugt, dass Tokio besser in der Lage ist, die Verschiebung zu bewältigen als dies vor vier Jahren Rio de Janeiro gewesen wäre.

Daneben zeigt sich Denis Oswald, der als Leiter der Koordinationskommission massgeblich für das Gelingen der Olympischen Spiele 2004 in Athen und 2012 in London verantwortlich war, sehr enttäuscht über den russischen Dopingskandal und vor allem die Reaktion des Landes darauf. «Die Russen erhielten ja die Chance, unter gewissen Bedingungen der WADA ins globale Sportgeschehen zurückzukehren», erklärt er. «Sie lieferten aber manipulierte Daten, das ist für mich schockierend.» Und es sei natürlich «sehr, sehr schlecht» für den Sport. Dass ein grosses Sportland wie Russland nun im Abseits stehe, sei sehr bedauerlich. «Aber sie verdienen das», betont Oswald, der seit 2017 nach fünf Jahren Unterbruch auch wieder Mitglied des IOC-Exekutivrats ist.