Tschechischer Präsident nennt «Black lives matter» rassistisch

Der tschechische Präsident Milos Zeman hat den Slogan «Black lives matter» als «rassistisch» bezeichnet. Er sagte dies bei einem Besuch beim amerikanischen Botschafter in Prag vor dem US-Unabhängigkeitstag am 4. Juli, wie die Zeitung «Pravo» (Mittwoch) berichtete.

Zur Begründung führte der 75-Jährige aus, dass alle Leben zählten. Er kritisierte die Unruhen in den Strassen US-amerikanischer Grossstädte sowie die Zerstörung von Statuen. Zeman warnte in seiner Ansprache mit Blick auf die Demonstranten zudem vor Eingriffen in die individuelle Freiheit der Bürger. «Wir dürfen diese Gefahr nicht ignorieren, wir müssen uns ihr entgegenstellen», sagte er.

Die Bewegung «Black lives matter» (Schwarze Leben zählen) wendet sich gegen Rassismus und Polizeigewalt. Seit dem Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai ist es in den USA landesweit zu Massenprotesten gekommen. Zeman, der seit März 2013 an der Spitze seines Landes steht, sorgt immer wieder mit provokanten Aussagen für Aufsehen. Als Staatsoberhaupt hat er zwar überwiegend repräsentative Aufgaben, gilt aber in Tschechien als einflussreicher Meinungsmacher.