Viola Amherd nimmt Swiss Olympic in die Pflicht

Bundesrätin Viola Amherd hat am Zukunftstag des Schweizer Sports in Bern bekräftigt, dass sich der Sport und seine Organisationen entwickeln müssen. Sie nahm insbesondere Swiss Olympic in die Pflicht.

«Swiss Olympic muss das riesige Potential nutzen, um sich als Dachorganisation und nationaler Förderer des Sports zu positionieren und die gesamte Gesellschaft in dieser Entwicklung mitzunehmen», sagte sie in ihrer Rede vor den rund 80 Vertretern des Schweizer Sports im Stade de Suisse.

Die notwendige Neuorientierung werde durch die Massnahmen des Bundes begleitet. Damit verbunden seien aber klare Erwartungen, so die Sportministerin. Sie forderte die Dachorganisation des Schweizer Sports und die angeschlossenen Verbände auf, sich entsprechend zu öffnen.

Amherd wies darauf hin, dass der Sport in der Zukunft nur gefördert werde, wenn nicht nur der Spitzensport profitieren könne. Sie unterstrich wie bereits mehrmals zuvor, dass der Behindertensport stärker zu integrieren und Schwerpunkte bei der Mädchen- und Frauenförderung zu setzen seien.

Der ungebunden, sprich ausserhalb der Vereine und Verbände stattfindende Sport soll stärker im Fokus stehen. «Verbände und Vereine müssen der zunehmenden Flexibilität und Individualisierung im Sport gerecht werden», verwies Amherd auf die Ergebnisse der am Vortag veröffentlichten Studie des Bundesamts für Sport (Baspo). Diese brachte zutage, dass die Menschen in der Schweiz immer mehr Sport treiben – jedoch ausserhalb der festen (Vereins-)Strukturen.

«Die Zeit dafür ist günstig», so Amherd weiter. Die Aufbruchstimmung nach Aufhebung der pandemierechtlichen Einschränkungen sei gross. «Die Angebote und Strukturen müssen überdacht und angepasst werden», sagte Amherd zu den Teilnehmern der Konferenz, die sich ausgiebig mit den Auswirkungen der Coronakrise beschäftigte.