Nach Corona-Notstand: Japans Kaiserpalast öffnet wieder Gärten

Japans ehrwürdiger Kaiserpalast hat die wegen der Coronavirus-Krise zwei Monate lang geschlossenen Gärten für die Öffentlichkeit wieder geöffnet. Allerdings dürfen als Vorsichtsmassnahme gegen Covid-19 vormittags und nachmittags jeweils nur 50 Besucher in die Anlage.

Dies teilte das Haushofamt am Dienstag formell mit. Die Besucher müssten Masken tragen. Zudem werde ihre Körpertemperatur am Eingang gemessen, hiess es.

Neben einem weitläufigen Park mit Blumen befinden sich in der östlichen Gartenanlage auch Ruinen von Burggebäuden, die einst Shogune der Tokugawa-Dynastie erbaute. Die Gärten gehören zu den wenigen Orten auf dem weitläufigen Areal des Kaiserpalastes, die der Öffentlichkeit frei zugänglich sind.

Moderner Stil

Die riesige, grüne Anlage des kaiserlichen Palastes mitten im Herzen der japanischen Hauptstadt mit Residenzen, Schreinen und Gärten war mehr als 250 Jahre lang Sitz der Tokugawa-Shogune, die in der Edo-Zeit (1603 bis 1868) das Inselreich regierten. Nach der Entmachtung der Shogune war der Sitz des Kaisers von Kyoto nach Tokio verlegt worden. Auf dem einstigen Burgareal entstanden die kaiserlichen Residenzen. Auf dem Palastgelände befindet sich auch das Haushofamt. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude zerstört und in modernem Stil wieder aufgebaut.

Der grösste Teil der Palastanlage ist der Öffentlichkeit nur nach einer Voranmeldung für eine Besuchertour zugänglich. Die Gebäude selbst dürfen nicht betreten werden. Eine der seltenen Gelegenheiten für das Volk, dem Palast näher zu kommen, bietet sich aber zu Neujahr, wenn die Monarchenfamilie ihr Volk von einem verglasten Balkon grüsst.