Mehrere Generationen in einem Klassenzimmmer

Franz Dietsche, Beratungsstellenleiter Pro Senectute und Projektleiter, und Nathalie Müller, Leiterin Schulverwaltung Freienbach. (Bild: Nina Gubler)

Am Montag findet eine Informationsveranstaltung der Gemeindeschule Freienbach und Pro Senectute statt. Gesucht werden Seniorinnen und Senioren, die in Schulen mithelfen.

Bereits seit ungefähr 15 Jahren besteht das Projekt «Generationen im Klassenzimmer». Um dem Projekt nochmals neuen Schwung zu geben, rufen Pro Senectute und die Primarschule Freienbach zu einer Informations-veranstaltung im Schulhaus Schwerzi in Freienbach auf. Es geht darum, dass Seniorinnen und -Senioren freiwillig einmal wöchentlich für einen halben Tag die Schule oder den Kindergarten besuchen und die Kinder oder die Lehrperson unterstützen. Die Seniorinnen und Senioren stellen ihre Lebenserfahrung und ihre Geduld zur Verfügung. Der Einsatz ist für Menschen aus allen möglichen Berufsrichtungen geeignet, aber auch Hobbys können eingebracht werden.

Franz Dietsche, Beratungsstellenleiter Pro Senectute Ausserschwyz und Projektleiter, erzählt: «Es wurde den Schülern auch schon Schach beigebracht. So können die Seniorinnen und Senioren ihre Fähigkeiten einbringen, und die Schüler profitieren davon.»

Gegenseitig positive Wirkung

Viele Kinder haben ihre Grosseltern nicht in der Nähe oder gar in einem anderen Land. Mit dem Einsatz der Seniorinnen und Senioren wird den Kindern die Möglichkeit geboten, regel-mässig Kontakt zur älteren Generation zu pflegen und von ihrer Lebenserfahrung etwas mitzunehmen. Gleichzeitig bringt es eine gewisse Abwechslung in den Unterricht. «Die Kinder freuen sich auf den wöchentlichen Besuch», so Dietsche. Beim Projekt, das bereits in zahlreichen Ausserschwyzer Schulen durchgeführt wird, wurde die Erfahrung gemacht, dass die Seniorinnen und Senioren oft eine gewisse Ruhe und Gelassenheit mit ins Klassenzimmer bringen. «Besonders bei den eher ‹hibbeligen› Kindern kann man einen Unterschied ausmachen», so Nathalie Müller, Leiterin Schulverwaltung Freienbach. Andererseits wurde auch bei den Seniorinnen und Senioren ein positiver Effekt bemerkt. «Viele blühen regelrecht auf, wenn sie der jüngeren Generation ihr Wissen weitergeben dürfen oder Hilfe-stellung leisten können», stellt Müller fest.

Natürlich können auch Wünsche berücksichtigt werden. So kann beispielsweise ein Literaturfan mit seinen Vorlesekünsten begeistern und Mathematik-Muffel können die Klasse vielleicht beim Werken unterstützen. Wer will, kann die Klassen auch zusätzlich auf Schulausflügen oder sonstigen Veranstaltungen begleiten. Die Ressourcen der Rentner sollen ausgeschöpft werden. «Eine gegenseitige, vertrauensvolle Beziehung zwischen der Seniorin oder dem Senior, der Lehrkraft und den Kindern bildet die Grundlage einer guten Zusammenarbeit», führt Dietsche aus. Es braucht keine pädagogischen Vorkenntnisse, aber die Freude an Kindern sollte natürlich nicht fehlen.

Aufruf für die ältere Generation

Nächsten Montag von 18.30 bis 20 Uhr findet im Mittagstischraum des Schulhauses Schwerzi in Freienbach eine Infoveranstaltung statt. Eingeladen sind alle Seniorinnen und Senioren sowie auch die Lehrpersonen. In einem ersten Teil werden Informationen über die vielen Einsatzmöglichkeiten geteilt. Referentinnen und Referenten sind: Vera Gresch, Schulleiterin Brüel Pfäffikon; Verena Feusi, Klassenhilfe in Freienbach, und Franz Dietsche, Projektleitung Pro Senectute. Im zweiten Teil wird den Seniorinnen und Senioren sowie den Lehrpersonen Zeit gelassen, um sich kennenzulernen. Dann werden auch schon die Paare aus Lehrperson und Senior gebildet, was bis anhin immer super geklappt hat. Dietsche meint: «Oft finden sich die Seniorinnen und Senioren sowie die Lehrperson direkt selber im Gespräch.» Zum Schluss gibt es für alle einen Apéro.