Spieler streichen Dänemarks Goalie und Eriksens Geniestreich heraus

Die Schweizer Spieler sehen den Grund für die Niederlage in Dänemark primär in den Paraden von Kasper Schmeichel und dem Geniestreich von Christian Eriksen.

Zum fünften Mal in den letzten zwölf Monaten kassierte die Schweiz am Samstag in Kopenhagen ein folgenschweres spätes Gegentor. Sie spielte 50 Minuten gefällig, erzielte aber kein Tor und musste in der 85. Minute das 0:1 hinnehmen. «Die Kritik der späten Gegentore müssen wir akzeptieren», sagte Yann Sommer.

Man könnte Frust schieben. Doch die Spieler zeigten sich im Nachgang keineswegs niedergeschlagen. Vielmehr hoben sie das Positive hervor. Sommer sprach von einem «sehr guten Match. Wir verteidigten gut, spielten uns viele Chancen heraus. Da war definitiv mehr Gutes als Schlechtes in unserem Spiel». Captain Stephan Lichtsteiner meinte: «Bis auf eine vergebene Chance können wir uns nichts vorwerfen.» Manuel Akanji nannte es «eine gute Mannschaftsleistung».

Tatsächlich wurde die Schweizer Hintermannschaft nur selten geprüft. Beim Treffer von Yussuf Poulsen war Sommer machtlos. Die Entstehung, den blinden, öffnenden Pass aus der Drehung von der Seitenlinie, war für den Schweizer Keeper «grosses Kino». Der Pass in den Rücken der Verteidiger habe sie alle überrascht, gestand er. Manuel Akanji meinte: «Entweder haben sie Glück gehabt, oder es war einfach ein super Ball von Eriksen.»

Ermöglicht wurde das Tor aber auch dadurch, dass einige Schweizer im Moment des Zuspiels schlecht postiert waren. Lichtsteiner, der das Spiel ab 68. Minute von der Ersatzbank verfolgte, gestand: «Wir standen für einen kurzen Moment falsch.»

Die Schweizer waren 50 Minuten lang die bessere Equipe, kamen einem Treffer mehrmals nahe. Zwei Weitschüsse – einen von Ricardo Rodriguez und einen von Granit Xhaka, der gegen die Dänen beim 3:3 im März auf ähnliche Weise getroffen hatte und sich nun nach der Partie nicht äussern wollte – lenkte Kasper Schmeichel an die Latte, eine Volley-Abnahme von Admir Mehmedi parierte er glänzend. Dazu zog Mehmedi einmal alleine vor Schmeichel über das Tor. «Wir müssen anerkennen, dass Kasper alles zunichte machte. Er wird wohl selber sagen, dass das eines der besten Spiele seiner Karriere war», sagte Sommer.

Man sei enttäuscht, aber nicht geknickt, erklärte Sommer schliesslich auch deshalb, weil die Chancen auf die Qualifikation nach wie vor möglich ist. Die Schwäche der späten Gegentore müssen die Schweizer aber abstreifen, wollen sie das noch herumreissen.