Volksinitiative für Bau eines Fussballstadions in Aarau lanciert

Die Stadt Aarau soll im benachbarten Buchs ein neues Fussballstadion auf öffentlichem Land bauen. Ein Komitee hat am Freitag eine entsprechende Volksinitiative lanciert. Seit Jahren planen Investoren und die Stadt einen Ersatzbau für das veraltete Brügglifeld.

Die Initiative «Unser Stadion» will nun, dass die Stadt selbst innerhalb von wenigen Jahren ein Fussballstadion auf öffentlichem Grund realisiert. Dazu soll die Gemeindeordnung ergänzt werden. Hinter der Initiative steht laut Mitteilung ein zehnköpfiges Komitee, darunter Politiker von SP, Grünen, Grünliberalen und CVP sowie von lokalen Gruppierungen.

Damit die Initiative zustande kommt, braucht es die Unterschriften von einem Zehntel der Stimmberechtigten, was rund 1500 Signaturen entspricht. Spätestens ein Jahr nach der möglichen Genehmigung durch die Stimmberechtigten soll der Stadtrat einen Wettbewerb für ein Stadion ausschreiben müssen.

Als Standort für ein neues Stadion schlagen die Initianten das Gebiet Obermatte in Buchs an der Grenze zu Aarau vor. Das dortige Land sei im Besitz der Gemeinde Aarau, grenze nur an einer Seite an ein Wohngebiet und solle ohnehin überbaut werden. Aarau könne dort «ganz ohne Sachzwänge alleine und selbstbestimmt» bauen.

Für die Finanzierung soll Aarau mit den Nachbargemeinden, dem Planungsverband Region Aarau, dem Kanton sowie mit dem FC Aarau zusammenarbeiten. Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2016 rechnete für ein neues Aarauer Super-League-Stadion mit Kosten von gegen 37 Millionen Franken. Ein Neubau soll der Initiative zufolge mit Plätzen und Hallen für andere Sportarten oder mit Schulbauten koordiniert werden.

Die Lancierung der Volksinitiative platzt mitten in die Diskussion rund um einen geplanten Stadionneubau durch das Privatunternehmen HRS Real Estate. Dieses will im Gebiet Torfeld-Süd eine neue Fussballarena für rund 60 Millionen Franken mit 600 Wohnungen in vier Hochhäusern realisieren. Ohne die Hochhäuser lasse sich der Bau des Stadions nicht finanzieren, hält das Unternehmen fest.

Parlamentskommission ist dagegen

Der Einwohnerrat (Stadtparlament) befasst sich übernächste Woche mit dem Projekt. Auf dem Tisch liegen zwei Vorlagen: die Änderung der Nutzungsordnung Torfeld Süd (für den Bau der Hochhäuser) und der 17-Millionen-Franken-Kredit der Stadt für das Stadion.

Die Finanz- und Geschäftsprüfungskommission des Parlaments lehnt beide Vorlagen ab. Die Teiländerung der Nutzungsordnung sei «städtebaulich nicht überzeugend», begründete die Kommission den Antrag. Die Stimmberechtigten sollten trotzdem im November über beide Vorlagen entscheiden.

Das Volk würde bereits zum zweiten Mal über die finanzielle Beteiligung der Stadt am Stadion abstimmen. Das Bundesgericht hatte im Frühling entschieden, dass die erste Volksabstimmung 2008 das nachträglich veränderte Projekt nicht mehr abdeckt.