Kanton will mit grösseren Klassen Geld sparen

Schon im nächsten Sommer sollen im Kanton Schwyz wieder mehr Kinder in ein und dem selben Klassenzimmer unterrichtet werden. Im Kindergarten wären es zum Beispiel zwischen 13 und 22 Kindern, in der Primarschule zwischen 13 und 25 und in der Sekundarschule 14 bis 25. Dies hat die Regierung einer Medienmittelung zufolge beschlossen. 

Hintergrund dieses Entscheids ist eine als Postulat erheblich erklärte
Motion von FDP-Kantonsrätin Sibylle Ochsner (Galgenen) und zwei weiteren Unterzeichnenden aus dem Jahr 2014. Sie forderte unter anderem eine Anpassung der Richtwerte auf die Werte der umliegenden Kantone. Interessant ist nur, dass die Regierung in ihrer Antwort auf eben diese Motion damals keinen Bedarf einer Anpassung sah. Sie schrieb: «Es kann grundsätzlich festgehalten werden, dass sich der Kanton Schwyz mit seinen Richtzahlen für die Klassengrössen in der Volksschule (…) im Kreise der umliegenden Kantone bewegt.»

Bussen für Unterbestand?

Mit der nun beschlossenen Regelung sollen die Klassengrössen wieder angehoben werden. «Anstelle einer blossen Richtzahl wird neu für die verschiedenen Schularten je ein Normbereich mit einer Unter- und Obergrenze definiert», heisst es. Doch was passiert, wenn man die Grenzen über- oder unterschreitet? Um möglichst schnell wieder in den Normbereich zu kommen, werden vom Erziehungsrat Richtlinien erarbeitet, welche Massnahmen wann durch den Schulträger ergriffen werden sollen. 

Die Luzerner Regierung erklärte im letzten Winter zum Beispiel, Gemeinden mit Klassenunterbestand zu büssen. Dadurch würden zwar kleinere Schulen unter Druck geraten, jedoch auch hohe Beträge in die Kassen gespielt. Bildungsdirektor Michael Stähli weiss, dass diese Option nicht auf Anklang gestossen ist. Er denkt bei den Massnahmen viel mehr ans Zusammenlegen oder Teilen von Klassen.