Das Frauenbier ist abgefüllt

Alois Gmür hält Wort: Mitte Mai hatte der Einsiedler Nationalrat beschlossen, dem Frauenstreik-Komitee Kanton Schwyz Bier zu spenden – Frauenbier. Den Floh ins Ohr gesetzt hatte ihm Mona Birchler, Präsidentin des Frauennetz Kanton Schwyz. Gestern machte Gmür ernst: 1000 Flaschen Lager hell passierten die Abfüllmaschine seiner Brauerei Rosengarten und wurden mit einer speziellen Etikette versehen. Das Frauennetz hatte sie eigens entwerfen lassen. «Es ist die perfekte Möglichkeit, uns auf sympathische Art im Frauenstreik einzubringen und gleichzeitig auf unsere monatliche Stammtischrunde namens FrauenBier aufmerksam zu machen», so Birchler. Ausserdem eigne sich Bier als Werbebotschafter für Rollenklischees, da es sehr mänlich besetzt sei. «Gerade im Frauennetz wollen wir Frauen aber immer wieder dazu animieren, Stereotype zu durchbrechen.» 

Frauen «emanzibieren» sich

500 Flaschen Frauenbier liefert Gmür nach Schwyz. Den Rest verkauft er ab sofort in seinem Getränkemarkt.Und: Die «Limited Edition» hat noch andere Abnehmerinnen gefunden. Bestellungen von Frauenorganisationen aus der ganzen Schweiz sind mittlerweile bei Gmür eingegangen. Am 14. Juni wird das Frauenbier auch in Zürich, Luzern, Bern, Basel und im Fürstentum Liechtenstein getrunken. Gmür freut’s natürlich. Das sei ein erhebendes Gefühl, denn Bier verbinde. «Bis vor Kurzen galt es als wenig ladylike, wenn Frauen Bier tranken. Ich freue mich sehr, dass sich die Frauen nun auch bierisch emanzipieren.»