Einen Grüsel-Wirt zu stoppen, ist fast unmöglich

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in Wirt braucht im Kanton Schwyz kein Patent. Er muss weder eine Prüfung ablegen, noch sonst eine fach-
liche Qualifikation vorweisen, bevor er Gäste versorgt. Der Spruch «wer nichts wird, wird Wirt» scheint deshalb nicht ganz aus der Luft gegriffen. Doch während ein Grossteil der Wirte tagtäglich seriös ihrem Beruf nachgehen, ihn mit grosser Leidenschaft ausüben, treten ihn andere mit Füssen. Sie schlampen bei der Hygiene und haben zum Beispiel verdorbene Lebensmittel im Lager. Nicht nur einmal, nein immer wieder. Entsprechend erklärte Kantonschemiker Daniel Imhof gestern in unserer Zeitung, dass sie die «bekannten Sorgenkinder nicht wegbringen». Da drängt sich natürlich die Frage auf, weshalb dies so ist? 

Kommen neue Sünder nach

Salopp gesagt, meinte Imhof, dass die Sorgenkinder «von der Welt gehen und wieder geboren würden». Es komme zwar regelmässig vor, dass Wirte erkennen, im falschen Beruf zu sein oder
altersbedingt an ihre Grenzen zu stossen. Nur löst dies laut Imhof das Problem nicht: «Hygiene ist Charakter-
sache», betont er. Wer nie gelernt hat Ordnung zu halten und auf ein gesundes Mass an Hygiene zu achten, der wird es meist auch als Wirt nicht mehr lernen. Entsprechend kämen auf alte Hygiene-Sünder oftmals neue nach.

«Schluss mit lustig»

Der Handlungsspielraum des Laboratoriums der Urkantone (LdU) ist in diese Fällen relativ klein. Doch: «Wenn es um verdorbene Lebensmittel geht, ist Schluss mit lustig», sagt Imhof. Mängel oder Beanstandungen dieser Art müssten unverzüglich behoben werden. Werde dem nicht nachgekommen, könne ein Betrieb vorübergehend geschlossen werden. Doch auch nach mehrmaligem Fehlverhalten dürfe das Laboratorium einen Betrieb nicht einfach ganz schliessen, geschweige denn ein Berufsverbot aussprechen. Doch ganz machtlos ist das Laboratorium nicht …

Mehr dazu in der Mittwochsausgabe.