Velo-Fahrverbot auf dem Bahnweg in Altendorf sorgt für rote Köpfe

Der Bahnweg nördlich der Bahnlinie in Altendorf ist ein beliebter Spazierweg zwischen Lachen und Altendorf. Er wird ebenso gerne von Velofahrern benutzt, die dem Verkehr auf der Kantonsstrasse aus dem Weg gehen wollen. Seit ein paar Tagen ist das Befahren des Bahnwegs mit einem Fahrrad per gerichtlichem Verbot untersagt, mit Bussenandrohung bis zu 2000 Franken. Dieses hat der Einzelrichter auf Antrag des Landeigentümers mit Publikation im Amtsblatt vom 29. März erlassen.

Das sorgt für rote Köpfe. Am Wochenende meldeten sich verschiedene Personen über die Social-Media-Plattform Facebook und liessen sich über dieses Velo-Fahrverbot aus. «Ein Witz», schreiben die einen, «nüd zum Glaubä», die andern. Angefeindet wird auch der Landeigentümer.

«Spiele nicht den Polizisten»

Ganz so heiss, wie diese Suppe gekocht wird, wird sie allerdings nicht gegessen. Der Landeigentümer, der sich zwar bewusst ist, dass viele Leute seinen Namen kennen, diesen aber nicht in der Zeitung lesen will, hat für das generelle Fahrverbot eine einfache Erklärung: Das Fahrverbot bestehe nämlich schon seit den 1940er-Jahren. Eingetragen sei ein öffentliches Prozessions-Wegrecht auf eine Breite von 1.50 Meter. Bisher sei es kein Problem gewesen, wenn auch Velofahrer den Bahnweg benützt hätten. «Allerdings wurde mir vor ein paar Jahren eine Haftungszahlung über 30 000 Franken angedroht, weil ein Velofahrer rund zwei Meter vor einem Viehzaun gestürzt ist. Die Geschichte ist dann aber im Sand verlaufen.» Dies habe ihn hellhörig gemacht, so dass er nun den rechtmässigen Zustand am Bahnweg herstellen wollte. Velofahrer müssten aufgrund des Fahrverbotes zurzeit trotzdem nicht mit Verzeigungen und Bussen rechnen. «Ich spiele sicherlich nicht den Polizisten», so der Landeigentümer, «aber die Haftungsfrage ist mit diesem Verbot klar geregelt. Velofahrer benützen den Weg auf eigene Verantwortung.»

Mit Teilerschliessungsplan langfristig lösen

Gegen den Einzelrichterentscheid hat die Gemeinde Altendorf Einsprache -gemacht. Parallel dazu informierte die Gemeinde in diesen Tagen die Anwohner des Bahnweges und des Hafenweges darüber, dass sie im Rahmen einer Teilrevision Nutzungsplanung Altendorf einen Teilerschliessungsplan Park am See auflegen wird. «Mit dem Teilerschliessungsplan Park am See soll eine durchgehende öffentliche Verbindung für den Langsamverkehr (Fussgänger und Velofahrer) nördlich der Bahnlinie rechtlich sichergestellt werden», heisst es im entsprechenden Schreiben. «Es geht um den Verbindungsweg zwischen der Hirschenbrücke im Osten und der Seestattstrasse im Westen mit einer Wegführung via Bahnweg und Hafenweg.» Diese Nutzungsplanung werde mit dem vom Kanton vorgesehenen Ausbau der Hirschenbrücke koordiniert. Eine Vororientierung findet am 2. Mai statt. Danach folgen ein Mitwirkungsverfahren und schliesslich eine Volksabstimmung.

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