Kadetten und Wacker spielen um den Cuptitel

Die Kadetten Schaffhausen und Wacker Thun stehen sich am Sonntag zum dritten Mal in einem Cupfinal gegenüber. 2012 und 2013 setzten sich die Thuner durch, die favorisierten Kadetten sind also gewarnt.

In der vergangenen Saison verpassten die erfolgsverwöhnten Schaffhauser in der Meisterschaft und im Cup den Titel, was zuvor letztmals 2012/13 der Fall gewesen war. Das führte zu einem Umbruch – neun Abgängen standen sieben Zuzüge gegenüber. «Wir brachten den Findungsprozess schnell hinter uns», sagte Trainer Petr Hrachovec. «Ich bin mit der Entwicklung zufrieden. Wir sind aber noch nicht so resistent und konstant, wie wir das sein wollen.» In diesem Jahr beispielsweise gingen zwei von sieben Partien in der Finalrunde verloren. Die Schwankungen sind jedoch angesichts der vielen jungen Spieler im Team erklärbar.

Nichtsdestotrotz soll es nicht noch einmal eine titellose Saison geben. Bei den Kadetten sind Trophäen ein Muss. Hrachovec ist sich aber bewusst, dass die Aufgabe am Sonntag gegen Wacker alles andere als einfach wird, obwohl der Schweizer Meister schwierige Wochen hinter sich hat. Vor dem 25:20-Sieg am Mittwoch bei Suhr Aarau verloren die Thuner fünf Partien hintereinander. Hrachovec ist überzeugt, dass Wacker am Sonntag sein typisches Gesicht zeigt, also mit viel Herz und Leidenschaft spielen wird. «Sie werden alles in die Waagschale werfen.»

Zudem ist es für die Schaffhauser quasi eine Auswärtspartie – die 2000 Zuschauer fassende Arena in Gümligen unweit von Thun ist ausverkauft. «Darauf müssen wir uns einstellen», sagte Hrachovec. Qualitativ stuft er seine Mannschaft «einen Tick besser» ein, wobei hinter dem Einsatz des ungarischen Top-Regisseurs Gabor Csaszar (Fuss umgeknickt) ein Fragezeichen steht. Auch die Bilanz in dieser Saison spricht für die Kadetten, die zweimal deutlich gewannen (32:26 und 33:25) – allerdings fanden beide Begegnungen in Schaffhausen statt. «Das Wichtigste ist, gut in der Defensive zu stehen. Kleinigkeiten werden entscheiden. Das Spiel ist für mich offen: 50 zu 50», erklärte Hrachovec.

Dähler: «Wir müssen alles abrufen»

Der Thuner Captain Jonas Dähler sieht sein Team in der Aussenseiterrolle. «Diese liegt uns aber», stellte er klar. Sie hätten keinen grossen Druck, vielmehr stehe die Freude im Vordergrund. Wie erklärt er sich die ungewöhnlich vielen Niederlagen? Je mehr man verliere, desto mehr sei man mit sich selber beschäftigt. «Dann ist es schwierig, wieder ein gutes Gesamtes hinzubringen.» Insofern kam der Erfolg gegen Suhr Aarau zum richtigen Zeitpunkt. «Der Sieg war sehr, sehr wichtig», sagte Dähler, «zu wissen, dass es funktioniert, wenn wir das umsetzen, was wir uns vornehmen. Dann haben wir die Qualität, auch gegen Topteams zu bestehen. Wir müssen jedoch alles abrufen.»

Die Kadetten, die im Halbfinal Pfadi Winterthur entthronten (37:36 n.V.), stehen zum elften Mal im Cupfinal. Achtmal holten sie den Titel, zuletzt vor drei Jahren. Die einzigen beiden Niederlagen im Endspiel resultierten jedoch gegen Wacker – 2012 verloren die Schaffhauser 26:29, 2013 endete die Partie 26:30 aus ihrer Sicht. Derweil gestalteten die Berner Oberländer fünf von sechs Finals siegreich. Zuletzt stemmten sie 2017 den Pokal in die Höhe.

Bei den Frauen duellieren sich Titelverteidiger Spono Nottwil und Rotweiss Thun, eine Affiche, die es in einem Cupfinal noch nie gab. Die Thunerinnen streben den ersten Titelgewinn der Vereinsgeschichte an.