Vom Safe auf die Bühne: Luzerner Orchester erhält zweite Stradivari

Wenn die Festival Strings spielen, klingt künftig eine zweite Stradivari-Violine mit. Das Luzerner Orchester erhält von einer Stiftung das rund 340-jährige Instrument zur Verfügung gestellt. Die neue alte Geige ist dort in guter Gesellschaft.

Vor dem Jahre 1680 wurde die «Sellière»-Stradivari gebaut, die Daniel Dodds, künstlerischer Leiter der Festival Strings Luzern, am Dienstag vor den Medien präsentierte. Die letzten 50 Jahre verbrachte die Geige in einem Schweizer Banksafe. Nun soll der Klang dieses historisch bedeutungsvollen Instruments wieder öffentlich zu hören sein.

Möglich macht das die Stiftung Monika Widmer, die die Stradivari gekauft hat. Die Violine war zuletzt über hundert Jahre Teil einer Sammlung des österreichischen Industriellen Theodor Hämmerle, dessen Nachkommen die Instrumente zuletzt nach und nach veräusserten. Die Familie bot das Instrument dem Orchester exklusiv an.

Seit der Gründung des Orchesters 1956 wissen die Festival Strings bereits eine Stradivari in ihren Reihen. Dazu kommen Instrumente von Andrea Guarneri (1680), Nicola Amati (1675) und Nicolò Gagliano (1737).

Noch rund 600 Instrumente

Laut Geigenbauer Johannes G. Leuthold ist der jüngste Neuzugang der Festival Strings in einem aussergewöhnlich guten Zustand. Die Geschichte des Instruments reicht zurück bis ins spanische Königshaus.

Erstmals wieder öffentlich erklingen wird die Geige am 5. März im Wiener Konzerthaus und am 7. März im KKL Luzern. Heute sind schätzungsweise 620 Geigen des berühmten Geigenbauers Antonio Stradivari erhalten. Davon wird rund die Hälfte noch gespielt.