Urteile mehr als 35 Jahre nach Ermordung von Chiles Ex-Präsident

Mehr als 35 Jahre nach der Ermordung des früheren chilenischen Präsidenten Eduardo Frei während der Pinochet-Diktatur sind sechs Angeklagte zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Richter Alejandro Madrid sprach die sechs Männer am Mittwoch schuldig.

Sie haben demnach den Politiker 1982 nach einer Operation in einem Spital vergiftet. Ein Arzt, der dem Ex-Präsidenten (1964-1970) das Gift verabreichte, wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Ein zweiter Arzt wurde wegen Komplizenschaft zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Haftstrafen wurden zudem gegen Freis früheren Fahrer, einen früheren Geheimdienstagenten und zwei Palliativmediziner verhängt.

Frei war im Januar 1982 im Alter von 71 Jahren an einer plötzlichen Infektion gestorben, als er in einer Klinik behandelt wurde. Der Ex-Staatschef und seine christdemokratische Partei hatten zu dem Zeitpunkt als wichtigste Opposition gegen Diktator Augusto Pinochet an Stärke gewonnen.

Die Ermittlungen zu Freis Tod zogen sich über 15 Jahre, sein Leichnam wurde zwei Mal für Obduktionen exhumiert. Untersuchungen zeigten, dass er durch Senfgas und das giftige Metall Thallium ermordet wurde.

Während der Pinochet-Diktatur zwischen 1973 und 1990 wurden in dem südamerikanischen Land mehr als 3200 Menschen ermordet. Rund 38’000 Menschen wurden gefoltert.