Dem Verkehrsstau mit Kameras auf den Grund gehen

Kern des Verkehrsproblems: Zu Stosszeiten ist der Wollerauer Kreisel oftmals überlastet. Dem sollen nun verschiedene Massnahmen entgegenwirken.

Es ist das erste Mal, dass im Kanton Schwyz mit der Wärmebildtechnologie der Verkehr erfasst wird. Am Montag werden in Wollerau neun Kameras angebracht, mit denen das Tiefbauamt beabsichtigt, während einer mehrmonatigen Erhebung die Verkehrsmenge,Routenwahl der Autofahrer sowie das Ausmass von Rückstau zu ermitteln. «Die Wärmebildkameras haben eine WiFi-Antenne, die Verkehrsdaten auf einer Cloud sammelt », informiert Silvia Vokinger von der Abteilung Strategie und Entwicklung des Baudepartements des Kantons Schwyz.

Privatsphäre wird gewahrt

Um den Schutz persönlicher Daten müssten sich die Fahrzeuglenker aber keine Sorgen machen: «Auf den Bildern sind weder Personen noch Kennzeichen erkennbar.» Die Kameras würden lediglich dazu dienen, das Verkehrsverhalten zu erfassen, vor allem in Stausituationen. «Es werden die Anzahl Fahrzeuge gezählt, deren Geschwindigkeiten gemessen und ihre Routen verfolgt, um zu sehen, ob sie bei einem Stau eine Alternativstrecke wählen», erklärt Silvia Vokinger.

Somit kann überprüft werden, ob sich die Annahmen, die das Tiefbauamt aufgrund einer erhobenen Studie getroffen hat,bestätigen,und ob die erwarteten Wirkungen eintreffen. Anhand der Ergebnisse könnten dann weitere verkehrsentlastende Massnahmen geplant und umgesetzt werden.

Drei Phasen zur Entlastung

In Wollerau möchte man mit dieser Methode in einem ersten Schritt den Ist-Zustand der Verkehrssituation erfassen. Danach sind drei einzelne Phasen geplant, die jeweils das Dorfzentrum rund um den Kreisel und die Roosstrasse mit dem Autobahnzubringer entlasten sollen.So sollen beispielsweise verschiedene Lichtsignalanlagen sowie der Umbau der Bahnhofstrasse dafür sorgen, dass sich der Stau nicht bis zur Autobahn zurückbildet.

Kameras mehrfach einsetzbar

«Die Wärmebildkameras sind leicht zu montieren», erklärt Silvia Vokinger. So könne der Verkehr an unterschiedlichen Stellen und zu verschiedenen Zeitpunkten erfasst werden. Es sei zudem denkbar, dass die Kameras auch an anderen Orten im Kanton zum Einsatz kommen werden.