Cassis bietet am WEF Plattform für Diskussionen über Technik für gute Zwecke

Aussenminister Ignazio Cassis hat am Mittwochabend am WEF internationale Organisationen, Start-Ups und Unternehmen zusammengerufen, um über Technologien zu sprechen, die «Gutes bewirken»: «Tech4Good» nennt sich das. Vorgestellt wurde unter anderem «tragbarer Strom».

«Im vergangenen Jahr haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wie man die internationale Zusammenarbeit für das 21. Jahrhundert fit machen kann mit den neuen Instrumenten, die entstehen», sagte Ignazio Cassis am Mittwochabend nach der Eröffnung des Anlasses vor Medien. Da sei die Idee entstanden, dass viel häufiger Technologien und Vorgehensweisen, welche diese Technologien ermöglichen, verknüpft werden müssten. Das mache «Tech4Good».

Die Idee von «Tech4Good» ist es, innovative Ansätze in der Entwicklungszusammenarbeit durch die Kooperation mit Wissenschaft und Technik zu finden und so das Leben vieler Menschen zu verbessern. «Tech4Good gehört zur DNA der Schweiz», sagte Cassis. Sein Aussendepartement hat zum Anlass im «House of Switzerland» eingeladen. Das World Economic Forum in Davos sei prädestiniert dafür, diesen Technologien ein Schaufenster zu bieten, sagte er.

Dass Technologie nicht nur Positives bewirken kann, wurde am Anlass nicht negiert. Sie böten viele Risiken, sagte etwa der Direktor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza), Manuel Sager, und nannte Massenvernichtungswaffen als Beispiel. Allerdings gebe es auch zahlreiche gute Beispiele – und die Möglichkeiten dieser würden überwiegen. Über diese sollten an diesem Abend gesprochen werden.

«Tragbarer Strom» im Aargau entwickelt

Mehrere Beispiele wurden vorgestellt, eines davon kommt aus dem Kanton Aargau. Dabei geht es um ein Start-Up, welches eine tragbaren Strom-Generator entwickelt hat – eine sogenannte Power-Blox. Beispielsweise nach einem Tsunami wolle man – sobald sich die Lage etwas beruhigt hat – wissen, wie es Familienmitgliedern gehe oder man brauche Informationen, meinten die Verantwortlichen. Da sei Elektrizität sehr wichtig.

Die Power-Box lasse sich mit der Sonne aufladen, speichere die Energie, wenn sie nicht mehr aufgeladen werde, und die Energieblöcke könnten je nach der benötigten Menge wie Legosteine zusammengesetzt werden. Benutzt werde die Power-Blox bereits in Hütten in Schweizer Alpen oder in Indonesien nach dem Erdbeben, um Wasser zu säubern.

«Tech4Good» wird in vielen Bereichen angewendet und hat gemäss dem Anlass noch viel Potenzial, so in der Landwirtschaft, im Gesundheitswesen, oder eben beim Krisenmanagement. Am Anlass wurde seitens des Internationalen Roten Kreuzes jedoch auch deutlich, dass hierfür mehr Engagement von den Regierungen gewünscht und benötigt wird.