Der Kanton will mittelfristig acht bis zehn Klassen einsparen

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Was in einem der letzten Sätze des Regierungsratsbeschlusses 985/2018 schon fast ein bisschen beiläufig daherkommt, hat es in sich. «Es ist davon auszugehen (…) , dass mittelfristig über den gesamten Kanton hinweg  zwischen acht und zehn Klassen eingespart werden können.» Warum eigentlich? Der Auslöser war ursprünglich eine Motion zweier Kantonsrätinnen und eines Kantonsrates, die eine Kompetenzänderung verlangte. Nicht mehr der Regierungsrat, sondern der Kantonsrat sollte für die Festlegung der Klassengrössen verantwortlich sein. 

Anhebung der Untergrenze

Der Regierungsrat zeigt sich skeptisch. «Wie sollen 100 Parlamentarier das schaffen, womit sich neun Erziehungsräte bis anhin schwer getan haben?», fragt sich Regierungsrat Michael Stähli, gleichzeitig auch Präsident des Erziehungsrates. Man wolle vermeiden, dass sich reiche Gemeinden kleine Klassen leisten könnten, so wie das zum Beispiel Schindellegi als Standortvorteil angepriesen habe. Laut Regierungsratsbeschluss diene eine Anhebung der Untergrenze dazu, dass eine effizientere Ausgestaltung der Klassengrösse erreicht werden könne. Bis anhin lag die Bandbreite von Schülerzahlen einer Klasse zwischen 15 und 20 Schülerinnen und Schüler. Neu gelten je nach Schulstufe fixe Untergrenzen. So darf eine Primarklasse nicht weniger als 13 Lernende haben, eine Sekundarklasse 14, eine Realklasse deren 12. Weiterhin kann im Bedarfsfall vom Schulträger eine vorübergehende Bewilligung für eine kleinere Klasse beantragt werden. Immerhin: Kleinstschulen sollen wie bisher von der Regelung zur Steuerung der Klassengrössen ausgenommen werden. Für sie sollen weiterhin Sonderbewilligungen erteilt werden können, um deren Fortbestand nicht zu gefährden.

Schwer getan

«Aus pädagogischer Sicht hat sich der Erziehungsrat schwer getan, doch der politische Ruf nach stärkeren Regulierungen ist unüberhörbar», erklärt Stähli auf Anfrage. Der Kanton müsse aufs Ganze achten, jeder Schulträger vertrete seine eigene Sicht. Aus diesem Grund sieht sich der Kanton genötigt, Massnahmen zu ergreifen, auch wenn dies 80 Prozent der Vernehmlassungspartner abgelehnt hätten.

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