Familiendrama in Brunnen

Die schreckliche Bluttat in Brunnen hat anscheinend einen tragischen familiären Hintergrund. Der festgenommene 18-Jährige war der Sohn des mutmasslichen Opfers.

Eine Polizeipatrouille, unterwegs am Donnerstagnachmittag durch Brunnen, wurde um 15.30 Uhr auf offener Strasse angesprochen. Eine Frau aus dem Dorf, die Leiterin einer örtlichen Bankfiliale, sei nicht am Arbeitsplatz erschienen. Die Sorge war berechtigt. Der Tipp kam aus dem engen familiären Umfeld. Die Polizei reagierte unverzüglich und begab sich schnurstracks zum Wohnort der Frau, nur einen Steinwurf vom Dorfkern entfernt.

Dann der schreckliche Fund: Im Anbau entdecken die Polizisten einen leblosen Körper. Gleichzeitig flieht ein Mann im Teenager-Alter aus dem Haus, spurtet den Hang hinauf zum Ingenbohler Wald. Die Polizei nimmt die Verfolgung auf. Kurze Zeit später klicken die Handschellen. Gegen 16.15 Uhr wird der Verdächtige für eine erste Befragung in den Polizeibus verladen.

Handelt es sich beim Opfer um die vermisste Filialleiterin? Laut Polizeisprecher Florian Grossmann ist die getötete Person noch nicht eindeutig identifiziert. Das Institut für Rechtsmedizin wurde eingeschaltet. Auch zu einem allfälligen familiären Bezug zwischen Opfer und dem mutmasslichen Täter macht die Polizei vorerst keine Angaben. Alles deutet derzeit darauf hin, dass es sich beim Festgenommenen um den 18-jährigen Sohn des Opfers handelt. War er auch der Täter?

Die Bankfiliale bleibt heute Freitag geschlossen, wie es auf einem Zettel am Eingang heisst. Das Wohnhaus am Gütschweg ist nach wie vor abgesperrt. Die Polizei patrouilliert rund um das Gebäude. Der Blick zum kleinen Anbau vor dem Haus, wo sich die Bluttat abgespielt haben dürfte, ist mit einer schwarzen Plastikblache abgedeckt. (gh/BdU)