Viele Arbeitgeber verbieten Fussball während der Arbeit

Das WM-Spiel im Büro schauen: Nicht alle Schwyzer Unternehmen erlauben dies. Bild Christoph Clavadetscher

«Fussballfrei» statt Sitzung, Public Viewing statt Unterricht: Am heutigen WM-Spiel Schweiz-Schweden herrscht auch in Schulen und in Unternehmen Ausnahmezustand. Doch nicht alle kriegen frei fürs Nati-Spiel.

Das  WM-Spiel Schweiz gegen Schweden findet zu einer denkbar ungünstigen Zeit statt und zwar mitten am Nachmittag um 16 Uhr. Dabei ist es für die Schweizer Nationalmannschaft ein wichtiges Spiel: Mit einem Sieg im Achtelfinale könnte die Mannschaft von Vladimir Petković erstmals seit 1954 in einen WM-Viertelfinal einziehen. Unsere Zeitung hat bei diversen Schwyzer Unternehmen nachgefragt, welche Mitarbeiter deshalb heute ab 16 Uhr «fussballfrei» bekommen, wer Public Viewing im Büro anbietet und wer trotzdem arbeiten muss, wie zum Beispiel die Mitarbeitenden der Gemeinden Freienbach und Schübelbach.  Erlaubt ist dort nur der gelegentliche Blick auf den Live-Ticker. «Da drücken wir heute ein Auge zu», so Bruno Stolz, Gemeindeschreiber von Schübelbach. Grosszügiger zeigt sich da die Zurich Versicherung in Lachen, die ihr Sitzungszimmer heute in eine Public-Viewing-Arena umwandelt. Das Team darf während des Matches gemeinsam mitfiebern und das, ohne dafür frei nehmen zu müssen. 

Auch die meisten Schülerinnen und Schüler im Kanton dürften heute das Spiel Schweiz – Schweden schauen können, denn fast aller Unterricht ist spätestens bis 16 Uhr fertig. «Das ist bei uns kein Problem, da praktisch niemand mehr nach 16 Uhr Schule hat», bestätigt Lisa Oetiker, Rektorin der Kantonsschule Kollegium Schwyz. Da die Schule aber erst knapp vor dem Spiel fertig ist, hat die Schulleitung gestern Nachmittag kurzerhand entschieden, im Kollegi-Saal ein Public Viewing einzurichten. Wenn das mal kein kreativer Ansatz ist. Anders sieht es an der Kantonsschule Ausserschwyz und dem Berufsbildungszentrum in Pfäffikon aus. Dort heisst es: Unterricht statt Fussball. Auch beim grössten Arbeitgeber, dem Kanton Schwyz gibt es keinen Fussball. «Während des Arbeitens gibt es keine Möglichkeit, Fussball zu schauen, da auf den Computern des Kantons  nicht gestreamt werden kann«, sagt Marco Zürcher, Vorsteher des Personalamts.