Schweizer Eisenbahner gehen für GAV auf die Strasse

SBB-Angestellte haben am Montagnachmittag für ihren Gesamtarbeitsvertrag (GAV) demonstriert. Sie folgten dem Ruf der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) und gingen in mehreren Schweizer Städten auf die Strasse.

Die Eisenbahner appellierten in Zürich, Bern, Olten, Bellinzona, Lausanne und Genf an die SBB-Führung, nicht länger auf ihren Forderungen zu beharren und beim zu erneuernden GAV SBB/SBB Cargo nicht auf Kosten des Personals zu sparen. Ihre Botschaft: «Wir kämpfen um unseren GAV. Sozialabbau verhandeln wir nicht!».

Produktivitätssteigerungen und gleichzeitige Verschlechterungen der Anstellungsbedingungen wie Lohnabbau, Reduktion der Anzahl dienstfreier Tage oder Vereinfachung des Kündigungsverfahren komme nicht in Frage, teilte die SEV mit.

Das Personal habe in den letzten Jahren schon enorme Opfer gebracht – insbesondere mit dem Sparprogramm «RailFit 20/30», dessen Auswirkungen momentan noch nicht absehbar seien. Die SBB hatte 2016 angekündigt, mit «RailFit 20/30» effizienter werden zu wollen. In diesem Zusammenhang sollen 1400 Stellen bis ins Jahr 2020 gestrichen werden.

Bereits im Februar, nach den ersten Verhandlungsrunden, kritisierten die Gewerkschaften und Verbände SEV, Transfair, der Kaderverband des öffentlichen Verkehrs (KVöV) sowie der Verband Schweizer Lokomotivführer und Anwärter (VSLF), die Forderungen der SBB-Verhandlungsdelegation. Diese seien «ein reines Sparpaket». Die SBB hätte ausschliesslich das Ziel, die Arbeitsbedingungen massiv zu verschlechtern.