Garrincha: Er machte allen ein X für ein O vor

Fast so lang wie Pelés bürgerlicher Name ist der seines begnadeten, aber weniger berühmt gewordenen Mitspielers Garrincha: Manoel Francisco dos Santos.

Noch heute ist Garrincha für viele Brasiliens zweitbester Fussballer der Geschichte. Dass er es überhaupt in den Weltfussball brachte, hatte er einer orthopädischen Glanzleistung zu verdanken. Die Beine waren von Geburt an unterschiedlich lang. Nach mehreren Operationen hatte er zwar ein X-Bein und ein O-Bein, aber er konnte jetzt immerhin gehen und rennen.

Vielleicht verwirrte das gegensätzliche Beinpaar die Gegenspieler so, dass Garrincha zu einem der besten Dribbler der Historie wurde. Auf der rechten Seite war er nicht aufzuhalten. Als Torschütze sprang er an der WM 1962 in Chile in die Bresche, nachdem sich Pelé im zweiten Gruppenspiel verletzt hatte und für den Rest des Turniers ausgefallen war. Garrincha wurde mit vier Toren Torschützenkönig. Im Final, bei Brasiliens 3:1-Triumph gegen Tschechien, traf er nicht, dafür hatte er die Mannschaft mit zwei Toren im Halbfinal gegen Gastgeber Chile überhaupt erst dorthin gebracht.

Nach dem Fussball hatte Garrincha im Unterschied zu Pelé kein schönes Leben. Er verarmte. Und er verfiel dem Alkohol, an dem er 1983 mit nicht einmal 50 Jahren starb.