Polen übernehmen die Uzner Traditionsmarke Vögele

Die Vertriebsformate Vögele Shoes, Bingo Shoe Discount und MAX Shoes werden beibehalten. (Archiv)

Der Schuhhändler Karl Vögele AG aus Uznach mit seinem Marken Vögele Shoes, Bingo Shoe Discount und MAX Shoes geht in polnische Hand. 

Die CCC Group mit Sitz in Polkowice übernimmt für 10 Millionen Franken 70 Prozent an dem Traditionsunternehmen sowie dessen Schulden. Ihre Anteile verkauft haben die nicht-operativen Mitglieder der Familie Vögele, wie eine Sprecherin gestern auf Anfrage sagte. Mit an Bord bleibt hingegen der exekutive Verwaltungsratspräsident, Max Manuel Vögele. Dieser erhöht seine Beteiligung an Karl Vögele von 10 auf 30 Prozent und bleibt in seiner heutigen Funktion. Nach 2021 hat CCC das Recht, auch dieses Aktienpaket zu kaufen.

Die Nummer zwei im Schweizer Schuhmarkt hinter Dosenbach ist nach einer zweijährigen Restrukturierung nun bereit, ihre Position wieder auszubauen, erklärte das 1960 in Uznach gegründete Unternehmen in einem Communiqué. Insbesondere im Online-Bereich würden sich mit CCC neue Möglichkeiten bieten. Zudem würden mit dem Zusammenschluss «substantielle» Synergien freigesetzt.

Defizitäres Geschäft

Die Karl Vögele AG erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 172 Millionen Franken, davon stammten 3 Prozent aus dem Online-Kanal. Operativ schrieb das Unternehmen aber rote Zahlen: Der Betriebsverlust Ebitda lag bei 5,9 Millionen. 2019 soll wieder ein kleines Plus von 0,7 Millionen Franken herausschauen, wie aus einer Präsentation der an der Warschauer Börse kotierten CCC hervorgeht.

Karl Vögele ist mit 219 Ladengeschäften in der Schweiz präsent und beschäftigt rund 1200 Mitarbeitende. Die Vertriebsformate Vögele Shoes, Bingo Shoe Discount und MAX Shoes würden beibehalten.

Die CCC-Group verfügt über ein Netz von fast 1000 Filialen in 20 Ländern Europas und beschäftigt knapp 13’000 Mitarbeiter. Die Polen verkaufen jährlich rund 50 Millionen Paar Schuhe und erzielten im Jahr 2017 einen Umsatz von 4,2 Milliarden Zloty (rund 1,15 Milliarden Franken). (sda)