Kanton übernimmt Kosten für «Halten» und «Wangen-Ost»

Der Regierungsratsbeschluss kann für den Erhalt des Kulturlands zwischen Wangen und Siebnen eine neue Chance sein. Bild Silvia Gisler

Was kürzlich an den Gemeindeversammlungen in Wangen und Schübelbach offenbart wurde, bestätigt nun Regierungsrat Othmar Reichmuth. «Gestützt auf das Strassengesetz übernimmt der Kanton in Zukunft die Kosten für neue Autobahnzubringer.» In Schübelbach erachtet man dies als Erleichterung, «weil die Gemeinden dadurch kein Geld für die Planung oder die Umsetzung aufwenden – und nicht darüber abstimmen müssen.» Und auch in Wangen zeigte man sich erfreut über diesen Entscheid. Othmar Reichmuth relativiert die Kostenübernahme jedoch dahingehend, dass dies nur für Bauprojekte gelte, die der Kanton nach dem Stand der Technik plane und allen Bau- und Umweltvorschriften entsprächen. 

Sonderwünsche, wie zum Beispiel die Tunnelvariante in Wangen, müssten auch in Zukunft von der Region – sprich den betreffenden Gemeinden oder Bezirken – getragen werden. Die Kosten für die Flankierenden Massnahmen würden laut Baudirektor Reichmuth den jeweiligen Strassenträgern auferlegt. Im Fall «Wangen-Ost» wäre dies zum Grossteil der Kanton.

Vor- und Nachteile für Gemeinden

Die Gemeinden könnten aufgrund der Kostenübernahme des Kantons Luftsprünge machen. Schliesslich würde so Geld gespart, welches dann zum Beispiel in Sonderwünsche investiert werden könnte. Beim Anschluss Halten in die einst erwähnte Tunnelvariante und beim Anschluss Wangen-Ost in die von den Gemeinden gewünschte, um 130 Millionen teurere Tiefvariante. Wer weiss, vielleicht hätten diese Varianten damit einen Hauch mehr Chancen, doch noch realisiert zu werden. 

Nur: Wenn der Kanton die Kosten übernimmt, verlieren die involvierten Gemeinden und deren Bevölkerung auch in gewisser Weise das Mitbestimmungsrecht. Wobei Othmar Reichmuth festhält, dass sich die -Gemeinden weiterhin beim Richtplan, Nutzungsplan, dem Bauprojekt – oder über ihre Kantonsräte – einbringen können.

Ausführlicher Bericht in der Printausgabe vom Mittwoch, 2. Mai 2018.