Pädophilen-Ring in Baden-Württemberg zerschlagen – acht Festnahmen

Baden-württembergische Ermittler haben einen Pädophilen-Ring in Deutschland und anderen Ländern zerschlagen und acht Menschen festnehmen lassen. Im Mittelpunkt steht eine 47 Jahre alte Frau, die ihren jetzt neunjährigen Sohn für Geld an Männer vermittelt haben soll.

Ausserdem soll sich die Frau mit ihrem Lebensgefährten an solchen Taten beteiligt haben, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Freiburg im Breisgau sowie das Landeskriminalamt (LKA) von Baden-Württemberg am Donnerstag mitteilten. Beide leben demnach in der Nähe von Freiburg im Breisgau.

Der neunjährige Junge befindet sich den Angaben zufolge inzwischen in staatlicher Obhut. Neben diesem Jungen gebe es weitere Opfer. Darunter sei ein Mädchen, das von ihrem eigenen Vater sexuell missbraucht worden sei, hiess es weiter. Der Vater wurde festgenommen.

Soldat der französisch-deutschen Brigade

Unter den Festgenommenen befindet sich ein 49 Jahre alter deutscher Soldat. Dieser sei am Standort der deutsch-französischen Brigade im Elsass festgenommen worden. Wie das Landeskriminalamt mitteilte, handelt es sich in dem Komplex um den schwersten Fall des sexuellen Missbrauchs, der in Baden-Württemberg von der Ermittlungsbehörde bisher bearbeitet wurde.

Ins Rollen kam der Fall demnach am 10. September nach einem anonymen Hinweis auf den Missbrauch eines neunjährigen Jungen. Ermittler des LKA und der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hätten daraufhin die Mutter des Kindes und ihren zehn Jahre jüngeren, einschlägig vorbestraften Lebensgefährten als tatverdächtig identifiziert und fünf Tage nach dem ersten Hinweis festnehmen können. Das Kind befinde sich seitdem in staatlicher Obhut.

Auch ein Schweizer festgenommen

Im Zuge der weiteren Ermittlungen sei dann ein ebenfalls einschlägig vorbestrafter 40 Jahre alter Mann aus dem Grossraum Freiburg im Breisgau identifiziert und festgenommen worden, kurz danach der 49 Jahre alte Soldat. In Österreich sei ein Schweizer festgenommen worden, ausserdem ein Spanier in seinem Heimatland.

Sämtliche Männer sollen sich an dem Kind vergangen haben, sie wurden mittlerweile an Deutschland überstellt und befinden sich in Untersuchungshaft.

Gegen alle Verdächtigen bestehe der Verdacht des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und der Vergewaltigung in einer «Vielzahl von Einzelfällen». So sollen die Mutter und ihr Lebensgefährte mit Drohungen und Gewalt verbundene Missbrauchstaten an dem Kind verübt haben. Sie sollen das Kind auch an die anderen Männer für Missbrauch verkauft und sich zum Teil an den Taten beteiligt haben, erklärten die Ermittler.

Tötungsfantasien und Fesselutensilien

Am 3. Oktober und damit nach dem Auffliegen des Falls konnten verdeckte Ermittler ausserdem einen aus Schleswig-Holstein stammenden Mann festnehmen. Der 43-Jährige sei eigens nach Karlsruhe gereist, um sich den Jungen vermitteln zu lassen. Der Mann soll zuvor Tötungsfantasien im Zusammenhang mit Kindesmissbrauch geäussert haben, bei seiner Festnahme habe der Mann einen Rucksack mit Fesselutensilien bei sich gehabt.

Ausserdem seien im Zuge der Ermittlungen Filmaufnahmen vom sexuellen Missbrauch eines Mädchens beschlagnahmt worden. Mutmasslicher Täter soll der Vater des Kinds sein. Der aus Schleswig-Holstein stammende Mann sei Anfang November festgenommen worden.