Schicksal des vermissten PC-7-Piloten ist noch nicht bekannt

Ein PC-7-Flugzeug der Schweizer Luftwaffe ist am Dienstagmorgen im Gebiet Schreckhorn in den Berner Alpen abgestürzt. Dies teilte Luftwaffenkommandant Aldo Schellenberg mit. Über das Schicksal des Piloten lagen am späten Nachmittag keine Angaben vor.

Nach Angaben von Schellenberg hob das Propellerflugzeug etwa um 8.30 Uhr vom Flugplatz Payerne VD ab und hätte um etwa 9.30 Uhr in Locarno landen sollen. Dort sei es aber nicht planmässig angekommen.

Erschwerte Suche

Daraufhin sei eine Suchaktion gestartet worden, an welcher sich drei Helikopter, eine PC-7 und die Jets des Luftpolizeidienstes beteiligten, sagte Schellenberg. Etwa um 16 Uhr konnte die Maschine im Gebiet des Schreckhorns in den Berner Alpen gesichtet werden. Zu ihrem Zustand konnte Schellenberg noch keine Angaben machen.

Über das Schicksal des Piloten war am Nachmittag nichts bekannt. «Wir hoffen mit den Angehörigen des Piloten und den Mitarbeitern der Luftwaffe, dass wir ihn unversehrt finden können.»

Die Suchaktion werde fortgesetzt, werde aber durch die schwierigen Wetterverhältnisse zurzeit behindert. Der erfahrene Milizpilot sei alleine in dem Zweisitzer unterwegs gewesen. Die Militärjustiz hat Untersuchungen aufgenommen.

Die PC-7-Propellerflugzeuge werden nicht permanent mit einem Radar überwacht. Der Pilot meldet sich am Abflugort ab und danach am Ankunftsort wieder an. Über einen Schleudersitz verfügen die Flugzeuge nicht, doch der Pilot trägt einen Fallschirm. Den letzten Radarkontakt hatte die Maschine in der Region des Schreckhorns.

«Hörte Flugzeug vorbeifliegen»

Richard Riedi, der Hüttenwart der Schreckhornhütte auf rund 2500 Metern oberhalb von Grindelwald, hat das PC-7-Flugzeug wahrgenommen. «Ja, ich hörte es vorbeifliegen, aber Geräusche eines Aufpralls oder Ähnliches habe ich nicht vernommen», sagte er der Nachrichtenagentur sda am Telefon.

Bis etwa 16.30 Uhr habe er Armeehelikopter in der Luft gesehen, erzählte Riedi. «Nun sehen wir nichts mehr, das Wetter ist schlecht, es ist neblig», sagte er um 17 Uhr. Das Telefon klingle ununterbrochen. Doch er könne den interessierten Journalisten keine weiteren Angaben liefern.

Der Pilot sei in Payerne zu einem Flug nach Sichtbedingungen gestartet, sagte Peter Bruns, stellvertretender Chef Einsatz bei der Luftwaffe. Das bedeute, dass der Pilot grundsätzlich für die Wahl des Flugweges verantwortlich sei und die Route wegen des Wetters anpassen könne. Den Flugplan habe der Chef Flugoperation bewilligt; die Wetterprognosen hätten den Flug zugelassen.

1982 gebaut

Die 1982 gebauten und im vergangenen Jahrzehnt modernisierten Pilatus PC-7 dienen der Armee vor allem als Schulflugzeuge. Milizpiloten der Luftwaffe müssten Vorgaben bei der Anzahl Flugstunden und Übungen erfüllen, sagte Bruns. «Spätestens alle 66 Tage müssen sie fliegen.»

Zum vermissten Piloten machte die Spitze der Luftwaffe keine weiteren Angaben, zum seinem Schutz und dem seiner Angehörigen, wie Schellenberg sagte. Auch zu möglichen Unfallgründen gab es keine Angaben. «Zurzeit suchen wir einen Menschen und nicht die Unfallursache», sagte Armeesprecher Daniel Reist.

Seilbahnkabel touchiert

Mit dem PC-7-Team unterhält die Schweizer Luftwaffe auch eine Kunstflugformation, die bei Flugshows im In- und Ausland auftritt. Die Staffel geriet im Februar dieses Jahres bei einem Zwischenfall an den Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz GR in die Schlagzeilen, als eines der Flugzeuge ein Zugseil einer Seilbahnkamera touchierte.

Die Seilbahnkamera stürzte dabei ins Zielgelände, ohne jemanden zu verletzen. Die PC-7 konnte nach dem Zwischenfall sicher auf dem Flugplatz Samedan GR landen, doch die Auftritte der Staffel wurden während über zwei Monaten sistiert.

Laut Informationen der Luftwaffe im Internet wurden die PC-7-Flugzeuge bei der Schweizer Armee seit 1982/83 benutzt. Von ursprünglich 40 beschafften Maschinen waren im Jahr 2014 noch 28 im Einsatz.