«Da ist ein wahrer Fan am Werk»

Zürcher Künstler und Freunde des Hafenkrans besuchen Max Schilling (4. v. l.) in seinem schönen Café. Sonja Felder, Jan Morgenthaler, Elsa Feuerer und Suzanne Scaroni (v. l.).Bild Johanna Mächler

Max Schilling lud Jan Morgenthaler ins «Hafechran-Café» nach Wangen ein. Der Mitbegründer des Zürcher Hafenkrans 2014 ist überzeugt, dass paradoxe Objekte eine Bereicherung sind.

Es war ein Highlight für Max Schilling. Künstler Jan Morgenthaler aus Zürich liess sich ins «Hafechran-Café» nach Wangen einladen, aber nicht etwa zu Kaffee und Kuchen – das Café hat gerade Betriebsferien – sondern für einen Augenschein. Einen Rundgang, könnte man auch sagen, denn das Café mit Garten ist ja zu einer Sehenswürdigkeit geworden und mittlerweile in der Region bekannt. Auch Witze über den Kran Zu sehen sind Zeichnungen und Altmaterialien des Krans; Reste des eisernen Kolosses wurden zerlegt und neu aufbereitet in Szene gesetzt; grossformatig und zentral eine Foto-Serie aus jenen Tagen, als der Kran in Zürich aufgebaut war. Und was es dort zu bestaunen gibt, ist nicht nur für Hafenkran-Freunde etwas Besonderes. Aber vor allem für sie: «Ich bin beeindruckt», sagt Morgenthaler in einen stillen
Augenblick hinein. «Da ist ein wahrer Fan am Werk.»

Schilling ist eine Fortführung des Hafenkran-Gedankens gelungen: Nämlich ein paradoxes Objekt in einen öffentlichen Raum zu stellen und seine Wirkung zu beobachten. «Anfänglich kam Negatives, aber auch Positives», erzählt er. Der Kran schien passend oder unpassend. Und natürlich wurden darüber Witze gerissen. «Für mich aber ist er ein Mahnmal gegen die Vergänglichkeit des Seins», so Schilling. Ein Aspekt, den Morgenthaler unterstreicht. «Ein Objekt aus früherer Zeit regt zum Nachdenken an, auch wenn es kratzbürstig daherkommt. Aber es lässt keinen kalt.» Max Schilling hat ein Stück des Hafenkrans, der im Jahr 2014 für rund neun Monate an der Limmat die Gemüter bewegte, nach Wangen geholt und auf seiner Liegenschaft aufgestellt. Die Idee mit dem «Hafechran-Café» kam dazu; nun wurde es im Frühling eröffnet. (am)