Britische Hochhäuser fallen reihenweise durch Brandschutz-Test

Nach der Feuerkatastrophe im Londoner Grenfell Tower weitet sich der Skandal um Mängel im Brandschutz an britischen Wohnblocks weiter aus. Der Regierung in London zufolge sind bislang alle 95 Gebäude durchgefallen, die bei stichprobenartigen Tests überprüft wurden.

Betroffen sind nicht nur Gebäude in London, sondern auch in anderen Städten des Landes. Insgesamt sollen bei 600 Hochhäusern die Fassadenverkleidungen untersucht werden.

Premierministerin Theresa May forderte unterdessen eine landesweite Untersuchung zum Umgang mit brennbaren Fassadenteilen. Beim Brand im Grenfell Tower im Westen der britischen Hauptstadt vor knapp zwei Wochen kamen mindestens 79 Menschen ums Leben.

Das Feuer breitete sich über die Fassadenverkleidung des 24-stöckigen Sozialbaus binnen kürzester Zeit aus. Ein defekter Kühlschrank hatte den verheerenden Brand entfacht. Der Hersteller der Fassadenteile stoppte inzwischen den Verkauf des betreffenden Materials für Hochhäuser.

Als Reaktion auf die Testergebnisse hatten bereits rund 4000 Menschen ihre Wohnungen in Hochhäusern im Norden Londons in den vergangenen Tagen räumen müssen.

Die Feuerwehr hatte in vier 22-stöckigen Gebäuden im Stadtteil Camden eine ganze Reihe von Sicherheitsmängeln festgestellt: unter anderem brennbare Fassaden, Fehler bei der Isolierung von Gasleitungen und das Fehlen von Brandschutztüren.