Mehr als 600 Verletzte bei Public Viewing in Turin

In Turin bricht beim Public Viewing während des Champions-League-Finals zwischen Juventus Turin und Real Madrid eine Panik aus. Mehr als 600 Personen werden verletzt.

Mehr als 600 Menschen seien verletzt worden, als Fans von Juventus Turin am Samstagabend unvermittelt von dem zentralen Platz San Carlo weggerannt seien, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Einsatzkräfte. Viele seien im Gedränge gestürzt oder umgerissen worden. Die meisten seien leicht verletzt, vor allem mit Schnittwunden. Es gebe aber auch bis zu fünf Schwerverletzte. «Sie schrieen und drängelten, es begann eine allgemeine wilde Flucht», beschrieben Augenzeugen die Szenen auf der Piazza.

Der Polizeipräsident von Turin erklärte, möglicherweise habe ein Knaller die Panik ausgelöst. Die Turiner Zeitung «La Stampa» berichtete von umgefallenen Absperrungen. Zeugen hätten auch einen Knall gehört. In anderen Berichten hiess es, jemand habe einen schlechten Scherz gemacht und «Bombe» gerufen. Die Panik sei nach dem dritten Tor für Real Madrid ausgebrochen.

Auf dem Platz waren rund 30’000 Menschen, um das Spiel des italienischen Meisters zu verfolgen. Die Polizei war vor Ort, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. «Ich bin erschüttert, es erinnerte an die Katastrophe von Heysel», sagte ein Fan der Ansa. Bei Final des Meistercups am 29. Mai 1985 zwischen dem FC Liverpool und Juventus Turin im Heysel-Stadion waren in Brüssel 39 Menschen gestorben.