Bundesrätin Simonetta Sommaruga spricht im Regen mit Bauarbeitern

Dabei sprach die Justizministerin mit Bauarbeitern über deren Arbeitsbedingungen. Zuvor hatte sie in strömendem Regen zusammen mit den Verantwortlichen und den Arbeitern die Baustelle besichtigt. «Auch das ist die Realität von Arbeit», sagte Sommaruga mit Blick auf das Wetter.

Gespräche mit Bauarbeitern

Auf der Baustelle des Campus Energypolis sind zwischen 40 und 50 Personen verschiedener Nationalitäten beschäftigt, wie das Eidg. Justizdepartement mitteilte. Entsprechend war die Zuwanderung eines der Themen in den Gesprächen der Bundesrätin. Diese führte sie in verschiedenen Sprachen, wie ein sda-Korrespondent beobachtete.

Mit mehreren Arbeitern sprach Sommaruga länger – und ohne weitere Zuhörer. Dabei erkundigte sich Sommaruga laut Mitteilung, welche Möglichkeiten für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem Ausland bestehen, Sprachkurse oder berufsbegleitende Ausbildungen zu besuchen.

An den Veranstaltungen und Kundgebung zum 1. Mai nahmen landesweit Tausende Menschen teil. Gewerkschaftsvertreter nutzten die Gelegenheit, an den Rednerpulten für die Rentenreform zu werben, über die am 24. September abgestimmt wird. Weitere Themen waren gleiche Löhne für Mann und Frau und gute Arbeitsbedingungen.

Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes SGB und SP-Ständerat warb für eine «fundamentale Weichenstellung» am 24. September, wie es in seinem Redetext hiess. Die Altersvorsorge 2020 nütze den älteren, aber auch den jüngeren Menschen.

Unia fordert Lohngleichheit

Unia-Präsidentin und SGB-Vizepräsidentin Vania Alleva warb zwar ebenfalls für die Rentenreform. Die Erhöhung des Frauen-Rentenalters ist der Unia aber ein Dorn im Auge, wie Alleva laut Redetext sagte. Die Unia verlangt von den SGB-Gremien, so rasch wie möglich die Lancierung einer Volksinitiative gegen ungleiche Löhne zu prüfen.

In Zürich nahmen rund 12’000 Personen am traditionellen 1.-Mai-Umzug durch die Innenstadt teil. Der Tag der Arbeit stand im Zeichen des Abstimmungskampfes gegen die Privatisierung von Kantonsspital Winterthur und der Integrierten Psychiatrie Winterthur. Darüber wird im Kanton Zürich am 21. Mai abgestimmt.

Unter den Demonstrierenden waren auch Anhänger des Schwarzen Blocks, die Petarden und Knallkörper zündeten. Gemäss Stadtpolizei Zürich kam es entlang der Umzugsroute zu mehreren Farbanschlägen und Sprayereien.

Maillard als Hauptredner in Zürich

Hauptredner in Zürich war der Waadtländer Staatsrat Pierre-Yves Maillard (SP). Er äusserte sich an der Schlusskundgebung zur Gesundheitspolitik und appellierte an die Genossinnen und Genossen, dass die Gesundheitspolitik und die Krankenversicherung zu «unserer Priorität» zu machen.

Privatinvestitionen und Spitalprivatisierungen sieht Maillard nicht als Lösungen für die Kostenkontrolle. Er forderte, dass «endlich die Krankenkasse reformiert» werde. Und zwar sollten die Risiken durch kantonale Ausgleichskassen genossenschaftlich verwaltet und das Parlament vom Einfluss der Privatversicherer befreit werden.

In Bern demonstrierten trotz Regen und Kälte mehrere hundert Menschen für Arbeitnehmerrechte. Im Mittelpunkt standen Themen wie Lohngleichheit, Digitalisierung und die Rentenreform 2020.

Der Wert der Arbeit – ob bezahlt oder unbezahlt – sei dringend anzuerkennen, sagte Unia-Präsidentin Vania Alleva vor zahlreichen Zuhörern auf dem Bundesplatz. Dies sei nötiger denn je, denn auch in der Schweiz gebe es zunehmend soziale Unsicherheit, extreme Ungleichheit und vermehrt Diskriminierungen.

In Basel zogen rund 2000 Demonstrierende mit Fahnen und Transparenten vom Messe- zum Barfüsserplatz. Angeführt war der Zug vom Revolutionären Bündnis. Mit etwas Abstand folgten die Gewerkschaften und die linken Parteien als Organisatoren. Daneben marschierten etwa auch zahlreiche Immigrantengruppen mit.