Das Ende der Karriere nochmals verschoben

Sonia Kälin (Egg) wird zum dritten Mal Schwingerkönigin und gewinnt als Jahresgesamtsiegerin das Eringer Rind "Nina". Schwingen, Eidgenössisches Frauen- und Meitlischwingfest March 2016, Samstag, 24.09.2016, Schulhaus MPS, Siebnen-Wangen, ab 09.150 Uhr, 103 Schwingerinnen und 2 Buben, 2200 Zuschauer, Photo + Copyright by Albert René Kolb.

Am Samstag startet Schwingerkönigin Sonia Kälin in Hergiswil in die Saison. Die Neo-Schindelleglerin freut sich riesig, musste sie sich doch im letzten Jahr mit ihrem Rücktritt auseinandersetzen.

von Martin Müller

Die Saison 2016 endete nicht so, wie sie sich das erhofft hatte. Am Eidgenössischen Frauen- und Meitlischwinget in Siebnen, das Sonia Kälin aufgrund der geografischen Nähe zu ihrem damaligen Wohnort Egg als ihr «Heimfest» bezeichnet hatte, vermochte sie nicht wie gewünscht zu reüssieren. Mit drei Gestellten und einer Niederlage verpasste die grosse Favoritin auf den Tagessieg letztlich sogar den Kranz. Nicht mehr zu nehmen war dem Aushängeschild der Schwingerinnen zu diesem Zeitpunkt der Titel der Königin. Aufgrund der Resultate in den vorangegangenen Kräftemessen durfte sich Kälin beim Saisonabschluss in der March zum dritten Mal nach 2012 und 2015 den goldenen Eichenlaubkranz aufsetzen lassen.

Doch die Saison 2016 endete auch nicht so, wie dies die beste Schwingerin der Gegenwart Monate zuvor lange Zeit hatte befürchten müssen. «Frau Kälin, ihr Gelenk ist dermassen traumatisiert, dass ich mich gar nicht getraue, es anzufassen.» Dieser Satz aus dem Mund ihres Arztes zog ihr im letzten Frühling für einen kurzen Moment den Boden unter den Füssen weg. «Ich verliess die Praxis weinend», erinnert sich die 32-Jährige – tausend Gedanken seien ihr in diesem Moment durch den Kopf geschossen, und bald einmal war sie sich sicher: «Das ist meine letzte Saison. Nach dem Eidgenössischen in Siebnen werde ich
zurücktreten müssen.»